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Sitzfigur der Göttin Isis, den Horusknaben stillend (Isis lactans)

Ident. Nr.: ÄM 13780

ObjID: obj:606785

Details (expert)

Involved
Rudolf Springer (1845 - 1894)
Dating
Historische Datierung: Spätzeit
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 19,3 x 5,4 x 10,8 cm

Object Description

Bei der Bronzestatuette ÄM 13780 mit dem sogenannten Isis lactans-Motiv sieht man die thronende Göttin Isis mit ihrem charakteristischen Kopfschmuck, bestehend aus einer Geierhaube, Kuhhörnern und einer Sonnenscheibe. Sie reicht ihre Brust an das auf ihrem Schoß sitzende Horus-Kind, um es zu stillen. Die Nacktheit und die Seitenlocke des Horus sind Merkmale ägyptischer Kinderdarstellungen. Die Uräusschlange an seiner Stirn weist ihn zudem als königlich aus.
Außerdem ergänzen weitere Dekorationselemente die Gesamtaussage des Objektes. Die beiden Seiten des Blocksitzes der Isis sind mit dem hieroglyphischen Zeichen für „Tempel“ verziert. Die Rückseite des Thrones mit einer niedrigen Rückenlehne zeigt zudem einen auf der Palastfassade stehenden Horus-Falken, während der Hintergrund mit Papyrusstengeln ausgefüllt ist. Die ikonographische Gestaltung der Statuette bezieht sich somit eindeutig auf den Mythos des Streits zwischen Horus und Seth, in dem Isis ihren Sohn Horus im Papyrusdickicht gebar und aufzog. Die stillende Isis ist hier ikonographisch als die göttliche Königsmutter qualifiziert. Die Inschrift auf dem Sockel beinhaltet eine an die große Muttergöttin Isis gerichtete Wunschformel für einen Mann namens Padihormeden.
(I. Liao)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).