Logo

Kopf eines Königs mit blauer Krone

Ident. Nr.: ÄM 21200

ObjID: obj:606802

Schenkung James Simon, 1920

Details (expert)

Creator/Entity
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Date(s)
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Additional titles
Collection title: Kopf eines Königs mit blauer Krone
Translation: Head of a king with blue crown
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 10 x 6 x 7,9 cm

Object Description

Der Statuettenkopf wurde im gepflasterten Hofraum an der Ostmauer von P 47.3 gefunden. Dort entdeckte man außerdem einen kleinen Falkenkopf aus Alabaster, den Kopf und den dazugehörigen Torso einer Prinzessinnenstatue aus Sandstein sowie das Bruchstück eines Uräenfrieses. Aufgrund der Blauen Krone ist der Statuettenkopf einer männlichen, königlichen Person zuzuschreiben. Am hinteren Teil des Kopfschmuckes ist der Ansatz des Rückenpfeilers erhalten. An der Stirn ist die längliche Vertiefung des aus anderem Material eingesetzten Vorderkörpers der Uräusschlange deutlich erkennbar. In den Augenwinkeln und am Stirnansatz der Krone befinden sich noch Spuren roter Farbe. Reste schwarzer Bemalung sind an den Augenkonturen sichtbar. Am oberen Halsansatz weist das Bildnis zwei Falten auf, welche typisch für die Darstellungen während der Amarnazeit sind. Trotz fehlender, zur Datierung wichtiger Elemente wie Mund und Nase sprechen die mandelförmigen Augen und die Modellierung der Gesichtszüge für ein Bildnis aus der späten Amarnazeit. In dieser Phase wurden die hervortretenden Wangenknochen, das langgezogene Gesicht und die schlitzförmigen Augen durch weichere Züge ersetzt. Statuetten wie diese fanden vielleicht auch im privaten Bereich Verwendung. Dort könnten sie in kleinen Kapellen als Mittler zu Aton gedient haben und waren selbst Gegenstand kultischer Verehrung.
Aus: Taschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 384 (Kat.-Nr. 173).

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Drei Kartuschen mit Namen des Echnaton und des Aton, wohl von einem Türrahmen

Drei Kartuschen mit Namen des Echnaton und des Aton, wohl von einem Türrahmen

Die im vertieften Relief (en creux) gearbeiteten Bronzekartuschen des Königs Echnaton und seines Gottes Aton wurden von Borchardt am 6. Januar 1913 in dem von ihm so benannten „obscure[n] Haus Q 47.10“ aufgefunden. Der Ausgräber vermutete eine ursprüngliche Anbringung im Palast oder einem Tempel Achet-Atons. Der Auffindungsort spricht seiner Meinung nach dafür, dass die Objekte „des wertvollen Materials wegen verschleppt“ wurden, um sie eingeschmolzen wiederzuverwenden. Aufgrund der Materialstärke ist davon auszugehen, dass die Kartuschen an ihrem Bestimmungsort in Stein bzw. Holz eingelassen waren. Die Größe ist ein Indiz dafür, dass es sich um eine Türrahmung oder Ähnliches gehandelt haben muss. Ein Bruch zieht sich durch alle drei Kartuschen, woraus zu schließen ist, dass sie womöglich gewaltsam von ihrem Bestimmungsort entfernt wurden. Die kleinste Kartusche auf der linken Seite gibt den Namen des Echnaton in folgender Form wieder: „Einziger des Re, der schön ist an Erscheinungsformen des Re“. Dem Gott Aton sind die beiden anderen Namensringe zugeordnet. Dort trägt er den Namen „Es lebe der Aton, Herrscher der beiden Horizonte, der im Lichtland jubelt“ mit dem Zusatz „in seinem Namen als Re, der Vater, der herausgekommen ist als Aton“. Es handelt sich dabei um die spätere Version des Gottesnamens, die zuvor noch Namen anderer Götter enthielt, welche zugunsten der alleinigen Nennung des Aton schließlich weichen mussten.Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 226 (Kat.-Nr. 18).

Magischer Ziegel mit dem Spruch 151 aus dem Totenbuch

Magischer Ziegel mit dem Spruch 151 aus dem Totenbuch

Der Ziegel wurde aus Nilschlamm hergestellt, mit einer Inschrift versehen und anschließend ungebrannt als Grabausstattung in einer Nekropole von Abydos deponiert.Zusammen mit zwei anderen Ziegeln (Berlin ÄM 15558 und Kairo CG G9442) wurden sie als einzige beschriftete Objekte des Grabes D36 dort vorgefunden. Aufgrund der unzureichenden Dokumentation des Grabfundes, welche zur Wende des 18. und 19. Jahrhunderts durchgeführt wurde, ist die genaue ursprüngliche Lage der Ziegel im Grab nicht bekannt.Die Inschrift dieses Ziegels nennt den Namen der Istencheb, die als Tochter des kuschitischen Herrschers Schabaka im 7. Jahrhundert v. Chr. lebte. Auf allen drei Ziegeln fehlen jedoch ihre königlichen Titel.Solche sogenannten „Magischen Ziegel“ waren Schutzobjekte für die Verstorbenen, indem sie das Grab aus allen vier Himmelsrichtungen vor Gefahren absicherten. Sie sind mit unterschiedlichen Teilen des Totenbuchspruches 151 auf Hieratisch, einer kursiv-hieroglyphischen Schriftform, beschriftet. Es kann angenommen werden, dass diese Sprüche im Rahmen des Begräbnisrituals ausgesprochen wurden. Die Verteilung der Magischen Ziegel ist nicht zwingend auf die geographischen Himmelsrichtungen begrenzt, sondern ist rituell bedingt, da die reine Anwesenheit der Ziegel schon ihre Schutzfunktion garantiert. Auch die Anzahl der mitbestatteten Ziegel ist variabel. Grundsätzlich werden die Ziegel mit bestimmten Schutzsymbolen, und somit auch Himmelsrichtungen, assoziiert. Diese konnten als Figur oder Amulett auf die Ziegel aufgesetzt werden. Bei dem Magischen Ziegel ÄM 15558 hängen eine Statue in Mumienform als Schutzsymbol und der Norden als Himmelsrichtung zusammen.A. Gantenbrink

Magischer Ziegel mit dem Spruch 151 aus dem Totenbuch

Magischer Ziegel mit dem Spruch 151 aus dem Totenbuch

Der Ziegel wurde aus Nilschlamm hergestellt, mit einer Inschrift versehen und anschließend ungebrannt als Grabausstattung in einer Nekropole von Abydos deponiert.Zusammen mit zwei anderen Ziegeln (Berlin ÄM 15558 und Kairo CG G9442) wurden sie als einzige beschriftete Objekte des Grabes D36 dort vorgefunden. Aufgrund der unzureichenden Dokumentation des Grabfundes, welche zur Wende des 18. und 19. Jahrhunderts durchgeführt wurde, ist die genaue ursprüngliche Lage der Ziegel im Grab nicht bekannt.Die Inschrift dieses Ziegels nennt den Namen der Istencheb, die als Tochter des kuschitischen Herrschers Schabaka im 7. Jahrhundert v. Chr. lebte. Auf allen drei Ziegeln fehlen jedoch ihre königlichen Titel.Solche sogenannten „Magischen Ziegel“ waren Schutzobjekte für die Verstorbenen, indem sie das Grab aus allen vier Himmelsrichtungen vor Gefahren absicherten. Sie sind mit unterschiedlichen Teilen des Totenbuchspruches 151 auf Hieratisch, einer kursiv-hieroglyphischen Schriftform, beschriftet. Es kann angenommen werden, dass diese Sprüche im Rahmen des Begräbnisrituals ausgesprochen wurden. Die Verteilung der Magischen Ziegel ist nicht zwingend auf die geographischen Himmelsrichtungen begrenzt, sondern ist rituell bedingt, da die reine Anwesenheit der Ziegel schon ihre Schutzfunktion garantiert. Auch die Anzahl der mitbestatteten Ziegel ist variabel. Grundsätzlich werden die Ziegel mit bestimmten Schutzsymbolen, und somit auch Himmelsrichtungen, assoziiert. Diese konnten als Figur oder Amulett auf die Ziegel aufgesetzt werden. Im Falle des Magischen Ziegels ÄM 15557 ist dies eine Fackel und der Süden.A. Gantenbrink