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Sitzfigur des löwenköpfigen Gottes Mahes

Ident. Nr.: ÄM 13788

ObjID: obj:606820

Details (expert)

Involved
Rudolf Springer (1845 - 1894),
Vorbesitzer*in
Additional titles
Collection title: Sitzfigur des löwenköpfigen Gottes Mahes
Translation: Seated Figure of the Lion-Headed God Mahes
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 60 x 20 x 32 cm

Object Description

Der Kriegsgott Mahes wird hier als Mann mit Löwenkopf, auf einem Thron sitzend dargestellt. Mahes ist mit einem kurzen, dreiteiligen Schurz und einem breiten Halskragen bekleidet. Seine Haartracht reicht bis auf die Schlüsselbeinpartie herab. Von seinem Kopfschmuck hat sich lediglich ein Uräenkranz erhalten, an dessen Stirnseite eine aufgerichtete Uräusschlange solitär gesetzt ist. Mahes gilt als Sohn der Göttin Sachmet und weist wie diese kriegerische Eigenschaften auf, die ihren Ausdruck auch in seinem Beinamen „Herr des Gemetzels“ finden. Sein Hauptkultort liegt im unterägyptischen Leontopolis, wo man ihn in Gestalt eines lebendigen Löwen verehrte, der nach seinem Tod unter großem Aufwand beigesetzt wurde. Die Seitenflächen sowie die Rückseite des Thrones dieser Statue sind mit Szenen versehen, die den Gott Horus zeigen, mit dem er unter dem Namen Harmios gleichgesetzt wurde. Zwei Ösen, die jeweils im unteren Bereich des Thrones zu bemerken sind, dienten einer Tragestangenvorrichtung, mit der das Götterbild im Rahmen einer Prozession aus dem Tempel herausgeleitet werden konnte.
A. Herzberg-Beiersdorf

Last updated: 08.12.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).