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Hathor-Sistrum mit Griff in Gestalt des Gottes Bes, auf Löwen stehend sowie weiteren Göttern und Sakralszene

Ident. Nr.: ÄM 9710

ObjID: obj:606862

Details (expert)

Involved
Antiquarium, Königliche Museen zu Berlin (1830 - 1918),
Vorbesitzer*in
Dating
Griechisch–Römische Zeit
Additional titles
Collection title: Hathor-Sistrum mit Griff in Gestalt des Gottes Bes, auf Löwen stehend sowie weiteren Göttern und Sakralszene
Translation: Hathor Sistrum, Handle Shaped as the God Bes Standing on a Lion
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 24 x 3,9 x 3,4 cm

Object Description

Als Sistrum bezeichnet man eine Rahmenrassel, die ein Kultinstrument der Göttin Hathor war und später auch eine breite Anwendung im Isis-Kult fand. Mit der Verbreitung des Isis-Kultes im gesamten Mittelmeerraum gelangte das Sistrum ebenfalls dorthin. Das bronzene Sistrum aus Griechenland der griechisch-römischen Zeit ist reich mit motivischen Bezügen zu Hathor dekoriert. Der Griff ist mit der Figur des Zwerggottes Bes auf zwei Löwen stehend gestaltet, über dem sich ein Hathor-Kopf befindet. Im unteren Bereich des Sistrum-Bogens ist ein Naos mit einem Horus-Falken dargestellt. Auf dem Türpfosten ohne Sturz liegt jeweils eine Kuh, wohl eine Darstellung der Hathor, während Harpokrates (griechische Entsprechung des altägyptischen Horus-Kindes) als nacktes Kind mit einem Finger am Mund auf der rechten Kuh steht. Eine kleine Katzenfigur als Erscheinungsform der Göttin Bastet, die ähnlich wie Hathor eng mit Musik, Tanz und Festen assoziiert wurde, ziert außerdem die obere Bogenrundung. Die vier waagerechten Rasselstäbe mit den Metallplättchen zum Erzeugen von Klängen sind nicht mehr erhalten.
(I. Liao)

Last updated: 20.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).