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Standfigur des Echnaton mit Stele (Stelophor)

Ident. Nr.: ÄM 21835

ObjID: obj:606925

Details (expert)

Involved
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Dating
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Additional titles
Collection title: Standfigur des Echnaton mit Stele (Stelophor)
Translation: Statuette of Akhenaten with stela
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 12 x 3 x 6 cm

Object Description

Opfer- und Weihehandlungen waren feste Bestandteile des Götterkultes. Während der Regierungszeit des Echnaton wurde die Möglichkeit privater Opfer weitgehend eingeschränkt. Der Pharao selbst war nun – noch exponierter als in früheren Zeiten – der oberste Priester und daher als einziger von Aton legitimiert, Opferhandlungen zu vollziehen. Allenfalls Nofretete und die Töchter waren noch zu diesen Handlungen berechtigt. Opfer- und Weiheprozessionen durfte ebenso die königliche Familie ausführen.
Bereits unter Hatschepsut wurde der Typus des Stelophoren, einer stelentragenden Figur, entwickelt. Dieser neue Typus trat ausschließlich in Theben-West auf und wurde in der Regierungszeit Amenophis’ III. als Standfigur weiterentwickelt. Ursprünglich gehörte er zur Privatplastik, und in Verbindung mit dem Sonnenhymnus findet er sich auch in thebanischen Gräbern wieder. Echnaton verwendete ebenso diesen Typus für königliche Darstellungen und trägt bei dem Berliner Stück die Blaue Krone, die lediglich schmückendes Element und keiner kultischen Handlung zuzuordnen ist. Bemerkenswert ist, dass der Pharao barfüßig erscheint, was nicht dem königlichen Ornat entspricht.
Nach: Rattmann, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 234 (Kat.-Nr. 22).

Last updated: 21.10.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).