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Oberteil einer Statue des Königs Ramses II. als Stabträger

Ident. Nr.: ÄM 10835

ObjID: obj:607070

Details (expert)

Dating
Ramses II.
Datierung engl.: Ramesses II
Additional titles
Collection title: Oberteil einer Statue des Königs Ramses II. als Stabträger
Translation: Upper part of a statue of Ramesses II as a standard-bearer
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 129 x 95 x 73 cm

Object Description

Pharao Ramses II., auch bekannt als Ramses der Große, ist hier in einer Standfigur als Stabträger dargestellt. Zusammen mit drei weiteren, identischen Statuen wurde diese Skulptur im Tempel der Göttin Bastet in Bubastis gefunden. An der linken Schulter befinden sich die Überreste der Götterstandarte, die in der Regel aus einem Stab und einem Götterbild am oberen Ende des Stabes bestand. Das erhaltene Oberteil der Statue zeigt den König mit einer kugelförmigen Löckchenperücke, die bei diesem Statuentyp sehr häufig belegt ist. Die Perücke wird von einem Diadem umfasst, an dessen Vorderseite sich eine Uräusschlange befunden hat. Außerdem trägt der Herrscher den Königsbart, der
wie die Nase und der Mund beschädigt ist. Auf der Brust des Königs liegt ein breiter Halskragen. Die Inschrift auf dem Rückenpfeiler beinhaltet den Anfang der Titulatur Ramses’ II. Die vollständige Königstitulatur besteht aus fünf Namen, hier sind nur der Thron- und Horusname erhalten, in denen er als „Geliebter des Sonnengottes Re und der Maat“ bezeichnet wird. Das Unterteil der Statue wurde an seinem Fundort, im Tempel in Bubastis, zurückgelassen.
Ramses der Große ist vor allem für seine lange Regierungszeit (über 65 Jahre) und für seine enorme Bautätigkeit bekannt. Er errichtete unter anderem die Felsentempelanlage von Abu Simbel, das Ramesseum in Theben-West, erweiterte die Bauten in Karnak und Luxor und erbaute eine Residenz, Pi-Ramesse, im östlichen Nildelta. Außerdem ließ er zahlreiche Königsstatuen anfertigen, darunter haben sich rund 30 Stabträgerstatuen erhalten. Dieser Typus stellt eine besondere Form der Königsplastik dar, tritt aber auch bei Privatpersonen auf, und ist fast ausschließlich im Neuen Reich (1550–1070 v. Chr.) belegt. Zahlreiche Beispiele sind aus der Ramessidenzeit bekannt. Die Stabträgerstatuen waren meist vor den Pylonen und in den Tempelhöfen aufgestellt. Dort vertraten sie den König bei Götterprozessionen und Götterfesten und bestätigten seine Teilnahme an den Zeremonien, wenn er sie nicht selbst leiten konnte. Die Götterstäbe selbst waren Kultobjekte. Sie verkörperten die Gottheit und gehörten zu den Machtsymbolen der altägyptischen Götterwelt. Als wichtiger Bestandteil des Tempelinventars wurden diese Insignien in Heiligtümern aufgestellt, in denen sich die Gottesbarken befanden, und bei Festen und Prozessionen mitgeführt.
(M. Jung)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).