Logo

Statue des Gottes Thot als Pavian mit dem König Amenophis III. in Beterhaltung

Ident. Nr.: ÄM 9942

ObjID: obj:607071

Details (expert)

Date(s)
Amenophis (Amenhotep) III.
Datierung engl.: Amenhotep III
Additional titles
Collection title: Statue des Gottes Thot als Pavian mit dem König Amenophis III. in Beterhaltung
Translation: Statue of the god Thoth as a baboon with king Amenhotep III, praying
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 134 x 52 x 68,5 cm (mit Plinthe)

Object Description

Der Pavian ist eine Darstellungsform des Gottes Thot. Wenn die Tiere schrien, glaubten die Ägypter, sie kommunizierten mit den Göttern. So konnte beobachtet werden, dass sich Paviane nach dem Aufstehen und vor dem Schlafengehen versammeln und dabei laute Geräusche von sich geben. Dies wurde als Gestus der Begrüßung bzw. Verabschiedung der auf- oder untergehenden Sonne interpretiert. Daher kann die Darstellung des Pavians mit erhobenen Händen als Begrüßung der aufgehenden Morgensonne verstanden werden. Aufgrund dieses mutmaßlichen Sonnenbezugs finden sich Darstellungen von Pavianen wohl auch häufig in solaren Kontexten, wie z. B. im Unterweltsbuch Amduat, in welchem der Pavian den Sonnengott auf dessen nächtlicher Fahrt durch die Unterwelt in der Barke begleitet. Die Verbindung des Gottes Thot mit dem Pavian ist in der religiösen Vorstellung der Ägypter schon früh verbreitet gewesen. Allerdings scheint es, dass die Darstellungen des Thot als Pavian erst in der Mitte der 18. Dynastie auftreten und in der Regierungszeit Amenophis’ III. ihren Höhepunkt erreichen. Sowohl wegen seines menschenähnlichen Aussehens als auch seines Verhaltens wurde der Pavian neben dem Ibis zu einer der Erscheinungsformen des Gottes Thot, vor allem in dessen Eigenschaft als Schreibergott. Zudem wird der Gott als Herr des Mondes und der Zeitrechnung ebenfalls als Pavian dargestellt. Vor dem Gott steht Amenophis III. in verkleinertem Maßstab, in einem betenden Gestus mit flach auf dem Schurz liegenden Händen. Die Statuengruppe stammt vermutlich aus einem Tempel in Hermupolis Magna, dem heutigen el-Ashmunein, und bringt den gesteigerten Sonnenbezug, der in der Regierungszeit Amenophis’ III. auftrat, zum Ausdruck. So stiftete der König vier monumentale Granitstatuen des Thot in dessen Tempel in Hermupolis Magna. Der König richtete seine Ideologie zunehmend auf den Sonnenkult aus und verkündete, dass er vom Sonnengott erwählt worden und als dessen Ebenbild erschienen sei. Auch die Bedeutung des Gottes Aton nahm stetig zu, und in den letzten Jahren seiner Regierungszeit bezeichnete Amenophis III. sich selbst als „Inkarnaton des Gottes Atum“. Diese gesteigerte Verehrung sollte unter seinem Nachfolger Echnaton ihren Zenit erreichen.
(J. Jancziak)

Last updated: 23.09.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Dieser demotische Brief datiert in die 27. Dynastie des Alten Ägypten, genauer auf den 21. April 492, und stammt von der Nilinsel Elephantine. Es handelt sich um den Brief des persischen Statthalters (Satrapen) Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine, nach welchen Kriterien der persische König Dareios I. eine Person als ungeeignet für die Ausübung des Amtes eines Wab-Priesters hält. Hier zeigt sich, dass der persische Herrscher mit den ägyptischen Priestern zusammenarbeitete, sich aber seine Entscheidungsbefugnisse bezüglich der Besetzung von Priesterstellen nicht nehmen ließ. Der Brief wurde nach der Interpretation von Karl-Theodor Zauzich geschrieben von Satibar , während Wahibre als Gegenzeichner fungierte.Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Schrift ist das sogenannte Demotische. Dabei handelt es sich um eine sehr verkürzte Kursivschrift des Alten Ägypters, die gerade in persischer und griechisch-römischer Zeit eingesetzt wurde. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche demotische Papyri und Ostraka dieses Zeithorizonts.http://elephantine.smb.museum/record/ID100460V. Lepper / J. Moje

Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Hier heißt es:(Erzähler):Petrus sprach zu Maria: (Petrus):"Schwester wir wissen, dass der Erlöser dich liebte mehr als die übrigen Frauen. Sage uns die Worte des Erlösers, deren du dich erinnerst, die du kennst, nicht aber wir, und die wir auch nicht gehört haben.“(Erzähler):Maria antwortete und sprach:(Maria Magdalena):"Was euch verborgen ist, will ich euch mitteilen“ und sie begann ihnen zu berichten.…(Erzähler):„Als Maria das gesagt hatte, schwieg sie…“Entgegen sprach Petrus: …(Petrus):“Hat er denn mit einer Frau heimlich vor uns und nicht öffentlich gesprochen? Sollen wir umkehren und alle auf sie hören?“...(Erzähler):„Darauf weinte Maria und sprach zu Petrus: (Maria Magdalena):Mein Bruder Petrus, was glaubst du denn? Glaubst du, ich habe das selbst ersonnen in meinem Herzen oder ich lüge über den Erlöser?(Erzähler):Levi entgegnete und sprach zu Petrus:(Levi):„Wenn der Erlöser sie würdig gemacht hat, wer bist denn du, dass du sie verwirfst?Sicherlich kennt der Erlöser sie ganz genau. Deshalb hat er sie mehr als uns geliebt.Wir sollen uns vielmehr schämen, den vollkommenen Menschen anziehen, losgehen, wie er es uns aufgetragen hat und das Evangelium verkünden…Als Levi dies gesagt hatte, schickten sie sich an zu gehen, um zu verkündigen und zu predigen: Das Evangelium nach Maria.“Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.V. Lepper

Aramäischer Papyrus mit der Antwort mit Memorandum des Statthalters von Judäa, Bagohi, an die Juden von Elephantine bzgl. Wiederaufbau des Tempels

Aramäischer Papyrus mit der Antwort mit Memorandum des Statthalters von Judäa, Bagohi, an die Juden von Elephantine bzgl. Wiederaufbau des Tempels

Auf der Nilinsel Elephantine befand sich während der 27. Dynastie eine aramäo-jüdische Gemeinde, die viele aramäische Papyri hinterlassen hat. Diese Gemeinde besaß ebenso ihren eigenen Jahu-Tempel. Nach dessen Zerstörung wird am 25. November 407. v. Chr. in einer aramäischen Eingabe der jüdischen Siedler von Elephantine an den persischen Stadthalter von Judäa namens Bagohi um die Erlaubnis gebeten, den Tempel wieder aufbauen zu dürfen. Dies ist die Antwort des Bagohi in der Form eines aramäischen Memorandums. Der Wiederaufbau wird erlaubt.(V. Lepper)Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Sprache und Schrift ist das Aramäische. Aramäisch ist eine semitische Sprache, die mit einer Alphabetschrift notiert wurde. Insbesondere im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde sie als „lingua franca“ im westlichen Perserreich und damit auch in Ägypten eingesetzt. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche aramäische Texte aus dieser Zeit, die zu der dortigen aramäo-jüdischen Gemeinde gehörten.Memorandum über die Antwort des Statthalters auf das Gesuch der Juden mit der Erlaubnis zum Wiederaufbau des Jahu-Tempels.http://elephantine.smb.museum/record/ID100735V. Lepper / St. Wimmer

Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, das von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper