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Uschebtikasten des Pa-ni-rennenutet

Ident. Nr.: ÄM 733

ObjID: obj:607311

Details (expert)

Dating
Historische Datierung: Sethos II.
Geographical references
Material / Technique
Holz (Material); stuckiert, bemalt
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 36 x 41 x 18 cm

Object Description

Zur Aufbewahrung der sogenannten Uschebtis, die dem Verstorbenen ins Grab beigegeben wurden und als seine Stellvertreter die jenseitigen Dienste übernehmen sollten, kamen häufig Holzkästen zum Einsatz. Der bemalte, hölzerne Uschebtikasten des Pa-ni-renenutet, in dem sich ursprünglich noch einige Uschebtis befanden, hat einen rechteckigen Grundriss. Die Wände sind leicht geböscht. Vier hohe Trennwände sind über die beiden Schmalwände und über den Kasten hinzugefügt, um ihn in drei gleich breite Abschnitte aufzuteilen. Drei gewölbte Deckel mit jeweils einem runden Knopf sind zwischen den vier Trennwänden zu sehen. Drei weitere, runde Knöpfe sind an einer Längswand angebracht. Sie dienen zur Verschnürung und Versiegelung der Deckel. Die Form des Uschebtikastens entspricht drei nebeneinander stehenden, unterägyptischen Kapellen, in denen die Götterfiguren aufbewahrt sind.
Dargestellt ist auf einer Längsseite der vor einem Opfertisch kniende Verstorbene, der den thronenden Osiris in Begleitung der Nephthys anbetet. Auf der anderen Längsseite sieht man den knienden, anbetenden Pa-en-renenutet vor Re-Harachte und Isis. Zwischen den Händen des Anbetenden in den beiden Szenen hängt jeweils eine Efeu-Ranke herunter, deren grüne Farbe der Hautfarbe der vier dargestellten Gottheiten gleicht und die Verjüngung bzw. Wiederauferstehung symbolisiert. Auf den Schmalwänden sind jeweils zwei mumienförmige Horussöhne unterhalb einer Darstellung eines auf einem Schrein liegenden Schakals abgebildet.
Laut der Beischriften war Pa-ni-renenutet (wörtlich „Der zur Schlangengöttin Renenutet Gehörige“) ein Aufseher der Träger im Amun-Tempel. Die Erwähnung von Theben-West in einer Inschrift deutet jedoch darauf hin, dass er möglicherweise nicht in dem großen Karnak-Tempel in Theben tätig war, sondern in einem der kleineren Amun-Heiligtümer am Westufer.
(I. Liao)

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)

Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).