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Kopf einer Prinzessin

Ident. Nr.: ÄM 21364

ObjID: obj:607430

Details (expert)

Involved
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Dating
Historische Datierung: Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Additional titles
Collection title: Kopf einer Prinzessin
Translation: Head of a princess
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 14,7 x 11,7 x 14 cm

Object Description

Der laut Ludwig Borchardts Tagebuch „sehr erfreuliche Fund“ eines Prinzessinnenkopfes trat in einer Kleinhausgruppe unweit der berühmten Bildhauerwerkstatt zutage. Dort wurde er in einem Verschlag im Hauptwohnraum 29 entdeckt. Für Borchardt lag aufgrund dieses Fundes die Vermutung nahe, dass es sich hier um die Wohnung eines Bildhauers handelte. Der kleine Raum könnte seiner Meinung nach als Aufbewahrungsort für unfertige oder zurückgesetzte Arbeiten genutzt worden sein. Er zeigte aber auch die Möglichkeit auf, „dass der Kopf aus einer anderen Werkstatt nach hier verschleppt wurde“.
Der an Nase, Mund und Ohren bestoßene Prinzessinnenkopf ähnelt stark dem Bildnis ÄM 21223, welches in P 47.2 entdeckt wurde. Der Schädel weist eine nach allen Seiten ausladende Form auf, die Borchardt in seinem Tagebuch als „ausgesprochenen Wasserkopf“ bezeichnet. Die vorgearbeiteten Augenhöhlen und Augenbrauen waren für farbige Einlagen aus Glas, Fayence oder Stein vorgesehen. Die nur fein eingetieften Lidstriche wurden möglicherweise mit einer farbigen Paste ausgefüllt. Auffallend ist, dass der seitliche und hintere Schädelbereich im Gegensatz zum Gesicht noch keine Politur erfahren hat. Borchardt hat dies in seiner Zeichnung bereits berücksichtigt. Die Wangen- und Schädelknochen sowie die Muskelansätze am Hinterkopf sind entsprechend der Darstellungsweise der königlichen Familie deutlich herausgearbeitet.
Aus: Tauschner, L., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 262 (Kat.-Nr. 41).

Last updated: 13.05.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).