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Mittlerer Sarg des Pestjenfi, Priester des Amun in Karnak

Ident. Nr.: ÄM 51

ObjID: obj:607542

Details (expert)

Dating
26. Dynastie
-841 - -730
25.-26. Dynastie
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 196 x 69 x 73 cm (Deckel und Wanne stehend gemessen)

Object Description

Im Neuen Reich bildete sich in Theben eine einflussreiche Amun-Priesterschaft heraus, die zur damaligen Oberschicht gehörte. Die Familie des Pa-es-tenfi war eine der Priesterfamilien, die seit Generationen im Amun-Tempel in Karnak tätig waren. Der hohe Status des Pa-es-tenfi, der auch den Titel eines Amun-Priesters in Karnak trug, spiegelt sich zum Beispiel in seinem dreiteiligen Sargensemble, das in handwerklich sehr hoher Qualität angefertigt und mit zierlichen Dekorationen verziert wurde, wider.
Der mittlere, anthropomorphe Sarg des Pa-es-tenfi war ehemals bemalt. Von der roten Bemalung des Körpers sind heute jedoch nur vereinzelte Farbspuren erhalten. Auch das Gesicht muss einst bemalt gewesen sein. Obwohl im Vergleich zu seinen beiden anderen Särgen der mittlere bewusst mit weniger Dekoration ausgestattet wurde, fungiert das fein modellierte Gesicht des Sargdeckels mit eingelegten Augen und geflochtenem Götterbart am Kinn als deutlicher „Eye-Catcher“. Auf dem Scheitel der blauen Strähnenperücke wird die Göttin Nephthys mit ausgestreckten Flügeln dargestellt; die sonst im Fußbereich bildlich präsente Isis wird hier jedoch nur im begleitenden Text erwähnt. Unterhalb des breiten Halskragens verlaufen mittig eine rechteckige Darstellung und ein in drei Kolumnen geteiltes Inschriftenband. Das Bildfeld der Brust zeigt den Verstorbenen im Anbetungsgestus vor dem mumienförmigen Jenseitsgott Osiris in Begleitung von Isis. Zusammen mit der Opferformel auf dem Inschriftenband wird der Wunsch des Verstorbenen für die Versorgung des Leibes und für ein schönes Begräbnis ausgedrückt.
Die Wanne des mittleren Sarges des Pa-es-tenfi wurde auch nur dezent dekoriert. Bis auf die Inschriftenzeile in blauen Hieroglyphen an den Außenseiten der Wanne und der Darstellung der Göttin der thebanischen Nekropole am inneren Wannenboden bleiben die anderen Flächen undekoriert.
(I. Liao nach: Germer, R. / Kischkewitz, H. / Lüning, M., Berliner Mumiengeschichten. Ergebnisse eines multidisziplinären Forschungsprojektes, Regensburg 2009, S. 41f.)

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Im Jahr 1908 wurde der anthropomorphe Holzsarg des zweiten Priesters der Neith Chai-Hor aus Kom Ombo, Sohn von Nechet-Hor-heb und Cha-bas, zusammen mit der darin befindlichen Mumienhülle aus Kartonage und der Mumie nach Berlin gebracht. Ursprünglich gehörte zu dem Ensemble noch ein äußerer Sandsteinsarkophag.Der Holzsarg des Chai-Hor wurde schwarz grundiert und polychrom dekoriert. Der proportional sehr große Kopfteil des bauchigen Holzsarg, dessen Vorderteil mit dem Gesicht und einem Teil der Perücke extra ausgearbeitet und an den Deckel befestigt wurde, hat eine fast quadratische Form. Das breite Gesicht des Sargdeckels ist umrahmt von einer schwarzen Perücke, deren einzelnen Haarsträhnen durch Längs- und Querstriche in gelber Farbe gekennzeichnet werden. Die Innenzeichnungen zeigen deutlich, dass es sich hier um eine gestufte Perücke handelt, die sich in der Ptolemäerzeit großer Beliebtheit erfreute. Unterhalb des schmalen Blütenhalskragens lässt sich eine Darstellung eines geflügelten Skarabäus mit einer Sonnenscheibe zwischen den Vorderbeinen erkennen, gefolgt von der knienden Himmelsgöttin Nut mit ausgestreckten Flügeln. In den darunter befindlichen drei Registern sieht man die Darstellungen der verschiedenen Gottheiten vor den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Osiris: Im oberen Register die erste Erscheinungsform des Osiris. Sie wird von Isis und Nephthys angebetet, die jeweils von zwei Horussöhnen flankiert werden. Im mittleren Register folgt die Darstellung von Horus und Thot vor einem Djed-Pfeiler mit dem Kopf des Osiris. Im unteren der drei Register sind Isis und Nephthys in Gestalt der geflügelten Göttinnen noch einmal abgebildet, die mit ihren ausgebreiteten Flügeln den mumienförmigen Osiris beschützen. Den Abschluss der Dekoration des Sargdeckels bilden die Darstellungen weiterer mumienförmiger Gottheiten, Anubis und Upuaut in Gestalt zwei sich gegenüberstehenden, auf Schreinen liegenden Schakalen im Fußbereich, sowie auf der Vorderseite der Basis die Szene des von Maat zu den vier mumiengestaltigen Gottheiten geführten Verstorbenen. Des Weiteren begrenzen Inschriftenbänder die Dekoration des Sargdeckels seitlich. Sie sind auch auf den Seiten der Sargwanne vorhanden.(I. Liao)

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