Logo

Ident. Nr.: I A 3978

ObjID: obj:622680

Details (expert)

Creator/Entity
Date(s)
dat. 1887
Systematics/Type
Geographical references
Sibirien,
Region
Herstellung/Nutzung: Kolyma,
Fluss/Gebiet
Material / Technique
Holz; Leder; Silber; Eisen; Messing; Samt
Dimensions
Objektmaß: L: 54 cm
Objektmaß: B: 32 cm
Objektmaß: H: 27 cm

Object Description

Reitsattel mit Silberblech beschlagen, für Männer.
Holzgestell aus vier Teilen, mit Lederriemchen verbunden, Widerrist ausgespart. Über den Seitenteilen zwischen den beiden Sattelbögen aufgebundene Rundhölzer. Rechts u. links je 3 Bauchgurtriemen mit Schnalllöchern, am oberen Ende eingeschlitzt u. über Ösen von Eisenkrampen gelegt u. mit durchzogenen Lederriemchen gesichert. Die Gurtriemen können mit drei kurzen, beidseitig mit schwarz lackierten eisernen Dornschnallen versehenen Lederiemen verbunden werden. Die Steigbügelriemen sind rechts u. links des vorderen Sattelbogens an geschwungenen Eisenringen, die durch Ösen von Eisenkrampen laufen, befestigt. An der Außenseite sind die Steigbügelriemen mit schwarzem Sammtband eingefaßt. Am Vorderteil des vorderen Sattelbogens befindet sich ein ornamentierter Haken aus Messing mit einer Öse an der Unterseite. Der vordere Sattelbogen ist mit Silberblech beschlagen, das Ranken- und Blütenornamente aufweist, links und rechts unten Inschriften in kyrillischen Buchstaben mit der Jahreszahl 1887, in der Mitte ein Löwe mit Kreuzzeichen auf dem Haupt und ein Einhorn, die sich an eine Pflanze (mit Frucht (?) lehnen. Prall gefülltes Sattelkissen aus Leder, mit angenähten Lederriemchen am Gestell befestigt, vorne und an den Seiten je einmal, hinten dreimal an Messingringen in Ösen von Eisenkrampen, die von ornamentierten Messingscheiben umgeben sind. An den hinteren Seitenauflagen je 1 Öse von Eisenkrampen. (Quelle: Karteikarte der Slg. Ost- und Nordasien des Ethnologischen Museum SMB-PK).

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Ethnologisches Museum

Additional items from the collections

樹皮衣

樹皮衣

Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.