Logo

木綿製上衣

Ident. Nr.: I A 5105

ObjID: obj:623622

Details (expert)

Creator/Entity
Paul Ehrenreich (1855 - 1914),
Sammler*in
Date(s)
Meiji-Zeit, vor 1893
Systematics/Type
Geographical references
Japan,
Land
Material / Technique
Ikat-Gewebe; Baumwolle bestickt
Dimensions
Objektmaß: 125,8 x 130,6 cm

Object Description

Ein Obergewand für Männer der Ainu. Bezeichnung im historischen Katalog: Häuptlingsrock =Häuptlingsgewand.

Dunkles Ikat-Gewebe mit Applikationen aus weissem, rotem, dunkelblauem und schwarzen Baumwollstoff mit linearer Stickerei.
Auf einen gemusterten Baumwollgrund ist ein weißer Baumwollstoff, aus dem ein Muster herausgeschnitten wurde, aufgenäht und bestickt. Für die Ärmel wurde ein dunkelblauer Baumwollstoff verwendet. Weite Ärmel, sog. hiro-sode.

Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 110, Abb. 196. sowie in: Tekekarpe-Textilkunst und anderes Kunsthandwerk der Ainu aus deutschen Sammlungen, FRPAC, (1999), S. 86, Nr. 79.

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Ethnologisches Museum

Additional items from the collections

樹皮衣

樹皮衣

Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.