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Kniefigur eines Mannes, eine Osirisfigur haltend (Theophor); auf seinen Schultern hockt ein Mantelpavian

Ident. Nr.: ÄM 2284

ObjID: obj:757776

Details (expert)

Creator/Entity
Franz von Koller (27.10.1767 - 22.8.1826),
Vorbesitzer*in
Date(s)
19. Dynastie (Neues Reich -> Ägypten)
Datierung engl.: 19th Dynasty
Additional titles
Collection title: Kniefigur eines Mannes, eine Osirisfigur haltend (Theophor); auf seinen Schultern hockt ein Mantelpavian
Translation: Kneeling statue
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 61,5 x 25 x 39 cm

Object Description

Die unfertige Statue zeigt einen knienden Mann, der vor sich eine Figur des sitzenden Gottes Osiris hält, dessen Kopf nicht mehr erhalten ist. Auf seinen Schultern hockt ein Pavian, das heilige Tier des Schreibergottes Thot von Hermupolis. Er hat seine Hände schützend auf die Stirn des Mannes gelegt. Diese Darstellung und der Gestus zeigen, dass es sich bei dem Mann wahrscheinlich um einen Schreiber handelt.
Auffällig ist die unterschiedliche Bearbeitung der Statue. Während der obere Teil, vor allem der Pavian, sehr detailliert ausgearbeitet ist, wurden das Gesicht und der Rest der Skulptur nur oberflächlich bearbeitet und nicht vollständig fertiggestellt. Man erkennt eindeutig die Werkzeugspuren. Zahlreiche halbfertige Objekte, vor allem Skulpturen und Reliefs, haben sich bis heute erhalten. Sie dienten zum einen als Lehrmaterial für die Ausbildung von Bildhauern und geben dadurch Einblick in den Werkprozess der Künstlerwerkstätten des Alten Ägypten. Zum anderen wurden einige Statuen auf Vorrat produziert und erst nach Bestellung endgültig bearbeitet. Wenn der Käufer den Auftrag gab, die Statue fertigzustellen, wurden das Gesicht, die Kleidung und die Inschriften ausgeführt. Das Wichtigste war die Anbringung des Namens, da dieser die Skulptur zu einem Individualbild werden ließ und damit die Persönlichkeit des Dargestellten bewahrte. Eine weitere Besonderheit des Objekts ist der Pavian auf dem Kopf des Mannes. Dieser Statuentypus ist nicht häufig belegt und drückt eine der engsten Verbindungen und Nähe des Gottes Thot mit dem Menschen aus. Thot war der Schreiber der Götter und der Herr über die Jahreszeiten, Mondphasen sowie den Kalender. Jeder Schreiber hatte den Wunsch Thot’s Fähigkeiten wie Genauigkeit, Wissen, Bildung und vieles mehr zu erlernen. Die Anwesenheit des Thot stärkte den Besitzer der Figur in seinem Bemühen, ein vorbildlicher Beamter zu sein.
Die Figur gehört zudem zu den theophoren Statuen. In demütiger Haltung stiftet der Besitzer die Statue des Totengottes Osiris und bringt so seine Verehrung zum Ausdruck. Die Statue hätte vermutlich nach ihrer Fertigstellung im Tempelbezirk gestanden, entweder im Hofbereich oder vor den Pylonen. Hier nahm sie am täglichen Opferritual teil, d. h., sie war Bestandteil des altägyptischen Kultes und erhielt Speis und Trank.
M. Jung

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Reliefblöcke aus dem Grab des Ptahemhat-Tj: Darstellung des Begräbniszuges mit Trauergefolge

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Eine der eindrucksvollsten und berühmtesten Darstellungen eines Begräbniszuges aus dem alten Ägypten findet sich auf dem sogenannten Trauerrelief, entstanden in der Regierungszeit des Königs Tutanchamun.Im unteren Bildstreifen ist rechts noch eine Ecke des Sargschreins zu erkennen; von einem Baldachin überdacht, steht er auf einem Transportschlitten. Der Sargschlitten wurde von zwei Rindergespannen und Dienern gezogen, die man sich in der Fortsetzung rechts ebenso vorzustellen hat wie die antreibenden Hirten und den Priester, der den Verstorbenen, Weihrauch und Wasser spendend, begleitete. An der Spitze des Zuges liefen Träger mit Kästen für Ritualgeräte und Opfertischen sowie eine Gruppe laut klagender Frauen. Dem Sarg folgen zunächst die beiden Söhne, die ihren toten Vater mit schmerzerfüllten Gesichtern und leidenschaftlichen Gebärden beklagen. Dann kommt das Ehrengeleit, angeführt von einem General, wahrscheinlich Haremhab. Hinter ihm schreiten der ober- und unterägyptische Wesir sowie elf weitere hohe Staatsbeamte und Würdenträger. Den Schluss des Zuges bildet das in langer Reihe aufmarschierende Tempelpersonal, die Untergebenen des Verstorbenen.Im oberen Bildstreifen sind mit Palmzweigen und Blumensträußen geschmückte Lauben abgebildet, die entlang des Prozessionsweges aufgebaut waren. Die in ihnen aufgestellten Opfergaben sollten symbolisch den Toten und die Trauergäste verpflegen. Aufgabe der Diener war zu klagen, beim Vorbeizug des Sarges die Krüge zu zerschlagen und anschließend die Opferlauben zu zerlegen. Am rechten Bildrand sind zwei trauernde Frauen zu sehen, die wohl zu einer Klagefrauengruppe gehören.Das Relief stammt aus einem Grab in Sakkara, der Nekropole von Memphis, die zu dieser Zeit wieder Verwaltungsitz war. Als Inhaber des bislang nicht wiederentdeckten Grabes wurde der Hohepriester des Ptah, Ptahemhat-Tj, ermittelt.(Caris-Beatrice Arnst / gekürzt; aus: K.-H. Priese (Hg.): Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin. Mainz 1991, S. 136-138)

Einseitig bemaltes Ostrakon mit Darstellung einer Katze vor einem Opfertisch mit Gans (Tefnut-Legende)

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Der Ziegel wurde aus Nilschlamm hergestellt, mit einer Inschrift versehen und anschließend ungebrannt als Grabausstattung in einer Nekropole von Abydos deponiert.Zusammen mit zwei anderen Ziegeln (Berlin ÄM 15558 und Kairo CG G9442) wurden sie als einzige beschriftete Objekte des Grabes D36 dort vorgefunden. Aufgrund der unzureichenden Dokumentation des Grabfundes, welche zur Wende des 18. und 19. Jahrhunderts durchgeführt wurde, ist die genaue ursprüngliche Lage der Ziegel im Grab nicht bekannt.Die Inschrift dieses Ziegels nennt den Namen der Istencheb, die als Tochter des kuschitischen Herrschers Schabaka im 7. Jahrhundert v. Chr. lebte. Auf allen drei Ziegeln fehlen jedoch ihre königlichen Titel.Solche sogenannten „Magischen Ziegel“ waren Schutzobjekte für die Verstorbenen, indem sie das Grab aus allen vier Himmelsrichtungen vor Gefahren absicherten. Sie sind mit unterschiedlichen Teilen des Totenbuchspruches 151 auf Hieratisch, einer kursiv-hieroglyphischen Schriftform, beschriftet. Es kann angenommen werden, dass diese Sprüche im Rahmen des Begräbnisrituals ausgesprochen wurden. Die Verteilung der Magischen Ziegel ist nicht zwingend auf die geographischen Himmelsrichtungen begrenzt, sondern ist rituell bedingt, da die reine Anwesenheit der Ziegel schon ihre Schutzfunktion garantiert. Auch die Anzahl der mitbestatteten Ziegel ist variabel. Grundsätzlich werden die Ziegel mit bestimmten Schutzsymbolen, und somit auch Himmelsrichtungen, assoziiert. Diese konnten als Figur oder Amulett auf die Ziegel aufgesetzt werden. Bei dem Magischen Ziegel ÄM 15558 hängen eine Statue in Mumienform als Schutzsymbol und der Norden als Himmelsrichtung zusammen.A. Gantenbrink

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