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Zweifingeramulett

Ident. Nr.: ÄM 3418

ObjID: obj:758585

Details (expert)

Involved
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894)
Dating
Spätzeit–frühe Ptolemäerzeit
Geographical references
Material / Technique
Obsidian (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 7,1 x 2,4 x 0,9 cm

Object Description

Das Amulett aus Obsidian zeigt zwei menschliche Finger mit einem abgerundeten unteren Abschluss - die ausgestreckten und dicht aneinandergehaltenen Zeige- und Mittelfinger einer rechten Hand. Die drei Fingergliedern und Nägel wurden herausausgearbeitet. Der Zwischenraum zwischen den beiden Fingern ist auf beiden Seiten durch eine Vertiefung angedeutet. Die Maße und Gestaltung des Objekts folgen weitgehend den natürlichen Proportionen der menschlichen Finger.
Solche Zweifingeramulette wurden auf der Mumie in der Nähe des Schnitts, durch den die inneren Organe entnommen wurden, platziert. Das Amulett, das mit den Fingern des Gottes der Balsamierung Anubis assoziiert wurde, soll auf magische Weise die Wunden verschließen, um den Körper des Verstorbenen zu beschützen. Zudem wurden die Zweifingeramulette meist aus dunklem Gestein wie Obsidian, Basalt oder Steatit hergestellt, da die schwarze Farbe mit dem Jenseits, insbesondere mit Anubis und Osiris, in Verbindung gebracht wurde. Das Amulett ist vermutlich in der Spät- bis Ptolemäerzeit (ca. 664 – 30 v. Chr.) entstanden.
(I. Liao)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).