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Standfigur der Dame Nehi, gestiftet von ihrem Ehemann Chonsu

Ident. Nr.: ÄM 4651

ObjID: obj:758968

Details (expert)

Dating
Ramses II.
Geographical references
Material / Technique
Holz (Material); bemalt
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 24 x 5 x 12 cm

Object Description

„Die Statuette der Dame Nehi zählt zu den schönsten Frauenfiguren des Neuen Reiches. Sie hielt wahrscheinlich einen kleinen Stabstrauß in der linken Hand. Dieser ist verloren, wie auch die Lotosblüte (oder ein Tuch), die sie in der herabhängenden Rechten hielt. Die gelängten Glieder und der zarte Körperbau zeigen Nehi als sehr junge Frau. Sie trägt ein langes, schmales, glattes Untergewand und darüber eine Art plissierten Mantel, der unter der Brust geknotet wurde und kokett den linken Arm verhüllte. Die Haartracht ist ungewöhnlich. Vielleicht zeigt sie ihr eigenes schulterlang gewachsenes Haar. Dazu gehören als Accessoires ein (aufgemalter) Halskragen und Ohrringe. Die durchsichtige Kleidung steigert die Modellierung des Leibes zu feiner erotischer Ausstrahlung. Dieser Plastik fehlen die Farbe und farbiger Glasfluß für Perücke, Augen und Ohrringe. Nach Aufschrift des originalen Sockels wurde die Figur von Nehis Bruder (Ehemann), dem Schreiber Chonsu, in Auftrag gegeben.“
Aus: Kischkewitz, Hannelore, in: Priese, Karl-Heinz, Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 152.

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).