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Amphoriskos

Ident. Nr.: ÄM 1836

ObjID: obj:759842

Details (expert)

Creator/Entity
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Date(s)
späte 18. Dynastie
Datierung engl.: Late 18th Dynasty
Additional titles
Collection title: Amphoriskos
Translation: Amphoriskos
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 12,5 x 5,7 x 5,5 cm

Object Description

Der Name dieses kleinen Glasgefäßes beruht auf seiner amphorenähnlichen Form. Solche Glasgefäße galten aufgrund des hohen handwerklichen Geschicks, welches für ihre Herstellung nötig war, als Luxusgüter; sie wurden für die Aufbewahrung und den Transport wertvoller Flüssigkeiten wie Öl und Parfüm verwendet. Die Kunst der Glasverarbeitung und der –produktion kam etwa zur Mitte des Neuen Reiches, bereits vor der Herrschaft Thutmosis’ III., nach Ägypten. Die späte 18. Dynastie, in der dieses Gefäß entstand, wird als die Zeit der Hochblüte der altägyptischen Glasmanufaktur angesehen. Da für die Glasherstellung sehr hohe Temperaturen sowie spezielle Öfen benötigt wurden, galt diese Kunst vorerst als königliches Monopol. In Amarna kamen besonders viele Belege für die Glasverarbeitung sowie fertige Objekte zutage, jedoch wurden auch andernorts zahlreiche Glasobjekte gefunden, vor allem in den Elitenekropolen wie Saqqara. Die Herstellung solcher Glasgefäße war um einiges aufwendiger als z. B. die von Perlen. Geschmolzenes Glas wurde um einen Kern aus Sand gelegt und dann mit Glasfäden verziert, welche mit Zangen verformt wurden, um wellenförmige Muster zu erzeugen. Diese wurden dann geglättet. Bei unserem Objekt, wie auch bei vielen anderen zeitgleichen Exemplaren, ist die Grundfarbe dunkelblau, was meist durch Hinzugabe von Kobalt erzeugt wurde. Die gelbe Farbe wurde durch das Hinzugeben von Blei-Antimon gewonnen, weiß mit Kalzium-Antimon, das auch mit Kupfer versehen wurde, wollte man das helle Blau herstellen. Das birnenförmige Gefäß besitzt einen breiten, runden Fuß, einen zylindrischen Hals sowie einen blütenförmigen Rand. Der Körper des Gefäßes, der Rand sowie der Hals sind mit einem Wellenmuster aus abwechselnd undurchsichtigen gelben, weißen und hellblauen Fäden verziert. Parallel zieht sich ein Zickzackmuster über die Gefäßschulter, welches unten durch einen weißen Streifen begrenzt, jedoch oben teilweise durch einen gleichen Streifen verdeckt ist. Die s-förmigen, dunkelblauen Griffe wurden später in einem weiteren Arbeitsschritt angebracht und dienten zum Aufhängen des Gefäßes. Rand und Fuß wurden ebenfalls später hinzugefügt.
(A. Hodgkinson)

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Demotischer Papyrus mit einem Brief des Satrapen Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine (Pherendates-Korrespondenz)

Dieser demotische Brief datiert in die 27. Dynastie des Alten Ägypten, genauer auf den 21. April 492, und stammt von der Nilinsel Elephantine. Es handelt sich um den Brief des persischen Statthalters (Satrapen) Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine, nach welchen Kriterien der persische König Dareios I. eine Person als ungeeignet für die Ausübung des Amtes eines Wab-Priesters hält. Hier zeigt sich, dass der persische Herrscher mit den ägyptischen Priestern zusammenarbeitete, sich aber seine Entscheidungsbefugnisse bezüglich der Besetzung von Priesterstellen nicht nehmen ließ. Der Brief wurde nach der Interpretation von Karl-Theodor Zauzich geschrieben von Satibar , während Wahibre als Gegenzeichner fungierte.Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Schrift ist das sogenannte Demotische. Dabei handelt es sich um eine sehr verkürzte Kursivschrift des Alten Ägypters, die gerade in persischer und griechisch-römischer Zeit eingesetzt wurde. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche demotische Papyri und Ostraka dieses Zeithorizonts.http://elephantine.smb.museum/record/ID100460V. Lepper / J. Moje

Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Hier heißt es:(Erzähler):Petrus sprach zu Maria: (Petrus):"Schwester wir wissen, dass der Erlöser dich liebte mehr als die übrigen Frauen. Sage uns die Worte des Erlösers, deren du dich erinnerst, die du kennst, nicht aber wir, und die wir auch nicht gehört haben.“(Erzähler):Maria antwortete und sprach:(Maria Magdalena):"Was euch verborgen ist, will ich euch mitteilen“ und sie begann ihnen zu berichten.…(Erzähler):„Als Maria das gesagt hatte, schwieg sie…“Entgegen sprach Petrus: …(Petrus):“Hat er denn mit einer Frau heimlich vor uns und nicht öffentlich gesprochen? Sollen wir umkehren und alle auf sie hören?“...(Erzähler):„Darauf weinte Maria und sprach zu Petrus: (Maria Magdalena):Mein Bruder Petrus, was glaubst du denn? Glaubst du, ich habe das selbst ersonnen in meinem Herzen oder ich lüge über den Erlöser?(Erzähler):Levi entgegnete und sprach zu Petrus:(Levi):„Wenn der Erlöser sie würdig gemacht hat, wer bist denn du, dass du sie verwirfst?Sicherlich kennt der Erlöser sie ganz genau. Deshalb hat er sie mehr als uns geliebt.Wir sollen uns vielmehr schämen, den vollkommenen Menschen anziehen, losgehen, wie er es uns aufgetragen hat und das Evangelium verkünden…Als Levi dies gesagt hatte, schickten sie sich an zu gehen, um zu verkündigen und zu predigen: Das Evangelium nach Maria.“Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.V. Lepper

Aramäischer Papyrus mit der Antwort mit Memorandum des Statthalters von Judäa, Bagohi, an die Juden von Elephantine bzgl. Wiederaufbau des Tempels

Aramäischer Papyrus mit der Antwort mit Memorandum des Statthalters von Judäa, Bagohi, an die Juden von Elephantine bzgl. Wiederaufbau des Tempels

Auf der Nilinsel Elephantine befand sich während der 27. Dynastie eine aramäo-jüdische Gemeinde, die viele aramäische Papyri hinterlassen hat. Diese Gemeinde besaß ebenso ihren eigenen Jahu-Tempel. Nach dessen Zerstörung wird am 25. November 407. v. Chr. in einer aramäischen Eingabe der jüdischen Siedler von Elephantine an den persischen Stadthalter von Judäa namens Bagohi um die Erlaubnis gebeten, den Tempel wieder aufbauen zu dürfen. Dies ist die Antwort des Bagohi in der Form eines aramäischen Memorandums. Der Wiederaufbau wird erlaubt.(V. Lepper)Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Sprache und Schrift ist das Aramäische. Aramäisch ist eine semitische Sprache, die mit einer Alphabetschrift notiert wurde. Insbesondere im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde sie als „lingua franca“ im westlichen Perserreich und damit auch in Ägypten eingesetzt. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche aramäische Texte aus dieser Zeit, die zu der dortigen aramäo-jüdischen Gemeinde gehörten.Memorandum über die Antwort des Statthalters auf das Gesuch der Juden mit der Erlaubnis zum Wiederaufbau des Jahu-Tempels.http://elephantine.smb.museum/record/ID100735V. Lepper / St. Wimmer