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Bruchstück einer Inschrift aus dem rwä ancw Jtn-Heiligtum des Gottes (Aton)

Ident. Nr.: ÄM 11593

ObjID: obj:762057

Details (expert)

Creator/Entity
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Date(s)
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Additional titles
Collection title: Bruchstück einer Inschrift aus dem rwä ancw Jtn-Heiligtum des Gottes (Aton)
Translation: Fragment of an inscription
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 22 x 24 x 9,5 cm

Object Description

Auf dem heute Tell el-Amarna genannten Gebiet wurde im 4. Regierungsjahr Echnatons seine neue Hauptstadt Achet-Aton gegründet, die zugleich als religiöses Zentrum der neuen Aton-Religion fungierte. Dafür war das Stadtareal mit mehreren Tempeln und anderen Gebäuden für kultische Zwecke ausgestattet. Aus einer dieser Anlagen stammt das von Heinrich Brugsch für Rudolf Mosse angekaufte Fragment eines Wandreliefs. Erhalten sind nur zwei Zeilen einer eingravierten, rechtsläufigen Hieroglpyheninschrift mit horizontalen Zeilentrennern: „[/// Reharachte-der-im-Horizont-erscheint], In-seinem-Namen-als-Schu-welcher-Aton-ist [///], Herr des Himmels, Herr der Erde, der im Rudj-[anchu-Aton in Achetaton ist.]“ Der Text stellt eine Titelsequenz des Gottes Aton dar, der eine eigene Titulatur mit Kartuschennamen besaß, wie sie ansonsten ausnahmslos nur für Könige üblich war. In der zweiten Zeile wird eine Stätte Rudj-anchu-Aton erwähnt, die nur aus sieben Quellen bekannt war. Der Berliner Block stellt somit einen weiteren, bislang unbeachteten Beleg für dieses Gebäude dar. Innerhalb des Rudj-anchu-Aton war laut Aussage der Textquellen der – alleine relativ oft belegte – Sonnenschatten-des-Re gelegen. So bezeichneten die Ägypter die zum Himmel offene Kapelle für den Sonnengott Re in Tell el-Amarna mit einem Stufenaltar, ausschließlich in Verbindung mit der Königin Nofretete.
Eine exakte Klärung von Übersetzung und Bedeutung des Namens Rudj-anchu-Aton ist bislang nicht sicher geglückt. Rudj kann „wachsen, dauern, fest sein“ bedeuten, anchu ist sichtlich mit „Leben“ zu assoziieren.
Bestimmbar ist allerdings der Ort, an dem dieses Reliefbruchstück in der Hauptstadt Echnatons verbaut gewesen war. Der Sonnenschatten-des-Re ist in Kom el-Nana lokalisierbar, einem Areal im südlichen Stadtgebiet von Tell el-Amarna auf halbem Wege zwischen der dicht besiedelten Stadt und dem Tempel Maru-Aton. Aufgrund der direkten Verbindung beider Gebäude zueinander ist auch das Rudj-anchu-Aton hier zu suchen.
J. Moje

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Drei Kartuschen mit Namen des Echnaton und des Aton, wohl von einem Türrahmen

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Die im vertieften Relief (en creux) gearbeiteten Bronzekartuschen des Königs Echnaton und seines Gottes Aton wurden von Borchardt am 6. Januar 1913 in dem von ihm so benannten „obscure[n] Haus Q 47.10“ aufgefunden. Der Ausgräber vermutete eine ursprüngliche Anbringung im Palast oder einem Tempel Achet-Atons. Der Auffindungsort spricht seiner Meinung nach dafür, dass die Objekte „des wertvollen Materials wegen verschleppt“ wurden, um sie eingeschmolzen wiederzuverwenden. Aufgrund der Materialstärke ist davon auszugehen, dass die Kartuschen an ihrem Bestimmungsort in Stein bzw. Holz eingelassen waren. Die Größe ist ein Indiz dafür, dass es sich um eine Türrahmung oder Ähnliches gehandelt haben muss. Ein Bruch zieht sich durch alle drei Kartuschen, woraus zu schließen ist, dass sie womöglich gewaltsam von ihrem Bestimmungsort entfernt wurden. Die kleinste Kartusche auf der linken Seite gibt den Namen des Echnaton in folgender Form wieder: „Einziger des Re, der schön ist an Erscheinungsformen des Re“. Dem Gott Aton sind die beiden anderen Namensringe zugeordnet. Dort trägt er den Namen „Es lebe der Aton, Herrscher der beiden Horizonte, der im Lichtland jubelt“ mit dem Zusatz „in seinem Namen als Re, der Vater, der herausgekommen ist als Aton“. Es handelt sich dabei um die spätere Version des Gottesnamens, die zuvor noch Namen anderer Götter enthielt, welche zugunsten der alleinigen Nennung des Aton schließlich weichen mussten.Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 226 (Kat.-Nr. 18).

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Der Ziegel wurde aus Nilschlamm hergestellt, mit einer Inschrift versehen und anschließend ungebrannt als Grabausstattung in einer Nekropole von Abydos deponiert.Zusammen mit zwei anderen Ziegeln (Berlin ÄM 15558 und Kairo CG G9442) wurden sie als einzige beschriftete Objekte des Grabes D36 dort vorgefunden. Aufgrund der unzureichenden Dokumentation des Grabfundes, welche zur Wende des 18. und 19. Jahrhunderts durchgeführt wurde, ist die genaue ursprüngliche Lage der Ziegel im Grab nicht bekannt.Die Inschrift dieses Ziegels nennt den Namen der Istencheb, die als Tochter des kuschitischen Herrschers Schabaka im 7. Jahrhundert v. Chr. lebte. Auf allen drei Ziegeln fehlen jedoch ihre königlichen Titel.Solche sogenannten „Magischen Ziegel“ waren Schutzobjekte für die Verstorbenen, indem sie das Grab aus allen vier Himmelsrichtungen vor Gefahren absicherten. Sie sind mit unterschiedlichen Teilen des Totenbuchspruches 151 auf Hieratisch, einer kursiv-hieroglyphischen Schriftform, beschriftet. Es kann angenommen werden, dass diese Sprüche im Rahmen des Begräbnisrituals ausgesprochen wurden. Die Verteilung der Magischen Ziegel ist nicht zwingend auf die geographischen Himmelsrichtungen begrenzt, sondern ist rituell bedingt, da die reine Anwesenheit der Ziegel schon ihre Schutzfunktion garantiert. Auch die Anzahl der mitbestatteten Ziegel ist variabel. Grundsätzlich werden die Ziegel mit bestimmten Schutzsymbolen, und somit auch Himmelsrichtungen, assoziiert. Diese konnten als Figur oder Amulett auf die Ziegel aufgesetzt werden. Bei dem Magischen Ziegel ÄM 15558 hängen eine Statue in Mumienform als Schutzsymbol und der Norden als Himmelsrichtung zusammen.A. Gantenbrink

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