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Stempel eines Registraturbüros

Ident. Nr.: ÄM 11627

ObjID: obj:762119

Details (expert)

Involved
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Dating
Augustus (Oktavian)
Genauer: 35. Regierungsjahr des Augustus
Additional titles
Collection title: Stempel eines Registraturbüros
Translation: Stamp seal of a registration office
Geographical references
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 3,1 x 6 cm

Object Description

Dieser zylindrische Kalkstein mit einem Durchmesser von 5,5 cm und einer Dicke von 2,8 cm kam 1892 als Geschenk von Rudolf Mosse in das Berliner Ägyptische Museum. Erworben wurde er von Heinrich Brugsch in Ägypten. Auf der nahezu kreisrunden Stirnseite steht innerhalb eines erhabenen Randes umlaufend ebenfalls im erhabenen Relief und in Spiegelschrift die Datierung „35. Regierungsjahr des Augustus“, das dem Jahr 5/6 n. Chr. entspricht. In der Mitte dieser kreisförmigen Datierung befinden sich die Buchstaben γρ. Diese Abkürzung ist als γρ(αφεῖον) aufzulösen und bezeichnet ein Registraturbüro, wie es insbesondere in den Metropolen der Gaue des griechisch-römischen Ägyptens zu finden war. Zudem haben sich in den Zwischenräumen der Buchstaben Reste roter Farbe erhalten.
Dieses Objekt stellt also einen Stempel eines Registraturbüros aus dem 35. Regierungsjahr des Augustus dar. Abdrücke vergleichbarer Stempel in roter Farbe finden sich auf zahlreichen amtlichen Dokumenten aus dem spätptolemäischen und römischen Ägypten. Diese dienten zu Beglaubigung der Dokumente und Urkunden.
(Marius Gerhardt)

Last updated: 04.09.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).