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Fragment einer Statuette Ramses' IX.

Ident. Nr.: ÄM 11669

ObjID: obj:762281

Details (expert)

Creator/Entity
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Date(s)
Ramses IX.
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 22 x 6,5 x 9 cm

Object Description

Die 22 cm hohe Skulptur ist stark fragmentiert. Erhalten blieb lediglich die Körperpartie unterhalb der Brust. Während vom rechten Bein das Schienbein und der Fuß fehlen, blieb vom linken, vorgesetzten Bein nur die innere Seite des Oberschenkels erhalten.
Der Dargestellte ist mit einem knielangen Schurz bekleidet, auf dem noch Reste des rechten Unterarms samt Hand zu sehen sind. Sein Schurz ist plissiert und wird von einem Gürtel gehalten. An der rechten Seite des Mittelbandes ist eine aufgerichtete Uräusschlange zu erkennen.
Die Rückseite der Figur wird von einem Rückenpfeiler bestimmt. Aufgrund der Inschrift auf dem Pfeiler kann der Dargestellte als König Ramses IX. identifiziert werden. Der erhaltene Text nennt den Thron- und Eigennamen des Herrschers. Er lautet: „Herr der beiden Länder (Mit vollkommenem Ka, ein Re, Auserwählter des Re) Sohn des Re (Re ist es, der ihn geboren hat, der in Theben erschienen ist, Geliebter des Amun)“.
Ramses IX. ist in einer ‚Beterhaltung‛ dargestellt. Dieser Darstellungstyp kommt im Mittleren Reich auf und zeigt den König in seiner Funktion als obersten Priester. Derartige Bildnisse waren in den Göttertempeln aufgestellt. Da diese Tempel für einen Teil der Öffentlichkeit zugänglich waren, erhielten die Statuen dadurch eine öffentlich-propagandistische Funktion, in der die Rolle des Königs als Vermittler zu den Gottheiten betont wurde.
Pharao Ramses IX. regierte in der 20. Dynastie von 1125 bis 1107 v. Chr. Seine Abstammung bedarf noch einer abschließenden Klärung. Einige Ägyptologen sehen in ihm einen Sohn Ramsesʼ VI. und somit Bruder Ramsesʼ VII. Andere halten ihn wiederum für einen Sohn Ramsesʼ VIII. oder des Prinzen Month-her-chepesch-ef und somit Enkel Ramsesʼ III.
Seine Bautätigkeit beschränkte sich eher auf kleinere Ergänzungs- und Restaurierungsarbeiten z. B. in Heliopolis, Karnak, der Oase Dachla, Buhen und Amara. Des Weiteren sind Stelen, Statuen und andere kleinformatige Objekte, die seinen Namen tragen, erhalten. Dazu zählt auch das hier vorgestellte Statuettenfragment.
(Klaus Finneiser)

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Die im vertieften Relief (en creux) gearbeiteten Bronzekartuschen des Königs Echnaton und seines Gottes Aton wurden von Borchardt am 6. Januar 1913 in dem von ihm so benannten „obscure[n] Haus Q 47.10“ aufgefunden. Der Ausgräber vermutete eine ursprüngliche Anbringung im Palast oder einem Tempel Achet-Atons. Der Auffindungsort spricht seiner Meinung nach dafür, dass die Objekte „des wertvollen Materials wegen verschleppt“ wurden, um sie eingeschmolzen wiederzuverwenden. Aufgrund der Materialstärke ist davon auszugehen, dass die Kartuschen an ihrem Bestimmungsort in Stein bzw. Holz eingelassen waren. Die Größe ist ein Indiz dafür, dass es sich um eine Türrahmung oder Ähnliches gehandelt haben muss. Ein Bruch zieht sich durch alle drei Kartuschen, woraus zu schließen ist, dass sie womöglich gewaltsam von ihrem Bestimmungsort entfernt wurden. Die kleinste Kartusche auf der linken Seite gibt den Namen des Echnaton in folgender Form wieder: „Einziger des Re, der schön ist an Erscheinungsformen des Re“. Dem Gott Aton sind die beiden anderen Namensringe zugeordnet. Dort trägt er den Namen „Es lebe der Aton, Herrscher der beiden Horizonte, der im Lichtland jubelt“ mit dem Zusatz „in seinem Namen als Re, der Vater, der herausgekommen ist als Aton“. Es handelt sich dabei um die spätere Version des Gottesnamens, die zuvor noch Namen anderer Götter enthielt, welche zugunsten der alleinigen Nennung des Aton schließlich weichen mussten.Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 226 (Kat.-Nr. 18).

Magischer Ziegel mit dem Spruch 151 aus dem Totenbuch

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Der Ziegel wurde aus Nilschlamm hergestellt, mit einer Inschrift versehen und anschließend ungebrannt als Grabausstattung in einer Nekropole von Abydos deponiert.Zusammen mit zwei anderen Ziegeln (Berlin ÄM 15558 und Kairo CG G9442) wurden sie als einzige beschriftete Objekte des Grabes D36 dort vorgefunden. Aufgrund der unzureichenden Dokumentation des Grabfundes, welche zur Wende des 18. und 19. Jahrhunderts durchgeführt wurde, ist die genaue ursprüngliche Lage der Ziegel im Grab nicht bekannt.Die Inschrift dieses Ziegels nennt den Namen der Istencheb, die als Tochter des kuschitischen Herrschers Schabaka im 7. Jahrhundert v. Chr. lebte. Auf allen drei Ziegeln fehlen jedoch ihre königlichen Titel.Solche sogenannten „Magischen Ziegel“ waren Schutzobjekte für die Verstorbenen, indem sie das Grab aus allen vier Himmelsrichtungen vor Gefahren absicherten. Sie sind mit unterschiedlichen Teilen des Totenbuchspruches 151 auf Hieratisch, einer kursiv-hieroglyphischen Schriftform, beschriftet. Es kann angenommen werden, dass diese Sprüche im Rahmen des Begräbnisrituals ausgesprochen wurden. Die Verteilung der Magischen Ziegel ist nicht zwingend auf die geographischen Himmelsrichtungen begrenzt, sondern ist rituell bedingt, da die reine Anwesenheit der Ziegel schon ihre Schutzfunktion garantiert. Auch die Anzahl der mitbestatteten Ziegel ist variabel. Grundsätzlich werden die Ziegel mit bestimmten Schutzsymbolen, und somit auch Himmelsrichtungen, assoziiert. Diese konnten als Figur oder Amulett auf die Ziegel aufgesetzt werden. Bei dem Magischen Ziegel ÄM 15558 hängen eine Statue in Mumienform als Schutzsymbol und der Norden als Himmelsrichtung zusammen.A. Gantenbrink

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