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Mumiensandalen (Paar) mit Streifendekor

Ident. Nr.: ÄM 11758

ObjID: obj:762541

Details (expert)

Involved
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Dating
Ptolemäerzeit
Additional titles
Collection title: Mumiensandalen (Paar) mit Streifendekor
Translation: Decorated mummy sandals (pair)
Geographical references
Dimensions
Länge x Breite x Tiefe: 18,5 x 8 x 0,5 cm

Object Description

Diese Mumiensandalen, die sich seit 1894 im Besitz des Ägyptischen Museums befinden, stammen aus einem unbekannten Grab in der weitläufigen Nekropole von Hawara im südöstlichen Fayûm. Das Paar gehörte aufgrund seiner Maße zu einer Mumie eines Erwachsenen, der im Verlauf der Ptolemäerzeit beigesetzt wurde. Sie waren Teil der in dieser Zeit üblichen Einzelelemente von Mumienauflagen zu denen auch Scheinsandalen mit einem Streifendekor gehört haben können.
Die Schuhe sind der Fußform des Toten angepasst, zur Mitte hin entsprechend konkav gearbeitet und weisen an den oberen Enden angedeutete Zehen auf. Nach der Grundierung sind sie in sattem rosa und ocker mit kräftigen schwarzen Umrisslinien koloriert worden. Die organische Farbe, deren Leuchtkraft die Jahrhunderte überdauert hat, ist flächig und komplett erhalten. An den Rändern verlaufen der Sandalenausformung entsprechend zwei rosafarbene und ein ockerfarbener Umrissstreifen. Sie bilden eine Art Rahmen für das abstrakte Innenmuster in rosa auf gelbem Grund, welches sich im Wesentlichen aus Blockstreifen – oben je vier und unten je fünf – zusammensetzt. Letztere sind dreigliedrig und erinnern entfernt an einen Dreizack. Sie sind mit gestrichelten Linien ausgefüllt und besitzen an den gerade abgeschnittenen oberen Enden Querstreifen und Kreuze. Diese symmetrischen Gebilde, welche auch auf anderen Funden deutlich zu erkennen sind, stellen die genähten Lederriemen dar. Sie sind in Aufsicht abgebildet, als seien sie flach auf die Sohle gedrückt worden. Auch wenn es sich nicht um echte Sandalen gehandelt hat, sind sie als Teil der Fußbekleidung des Verstorbenen Ausdruck seiner Vitalität im Jenseits, zu der auch die Fähigkeit sich zu bewegen zählte. Somit wurden die Sandalen auch nicht separat neben der Mumie beigesetzt, sondern in die Mumienbinden eingewickelt. Ein direktes Beispiel dafür ist eine ptolemäerzeitliche Mumie eines älteren Mannes bei der noch heute ein Paar Sandalen mit Streifendekor in die Umwicklung der Leinenbinden fest eingebunden ist.
(Jana Helmbold-Doyé)

Last updated: 17.11.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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