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Harpokrates auf einer Gans reitend

Ident. Nr.: ÄM 10752

ObjID: obj:762608

Details (expert)

Involved
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Dating
2.–3. Jh. n. Chr.
Geographical references
Material / Technique
Gold (Material / Metall)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 3,7 x 2,8 x 1,3 cm

Object Description

Das Stück zeigt Harpokrates auf einer Gans sitzend. Als Zeichen eines Kindes sind sowohl die rechtsseitig eingerollte Haarsträhne als auch der Gestus des an die Unterlippe gelegten rechten Zeigefingers zu verstehen. Auf dem Kopf trägt er die Doppelkrone, und in seinem linken Arm hält er ein Füllhorn. Der Gott Harpokrates erscheint hier in hellenisierender Ikonografie mit reduzierten ägyptischen Bildformeln wie Doppelkrone, Finger und Seitenlocke, die für Terrakotten der römischen Kaiserzeit typisch sind. Mit einem Füllhorn als Attribut tritt Harpokrates als Überbringer der Fruchtbarkeit auf. Seine Verbindung zur Gans ist noch nicht zufriedenstellend geklärt; vielleicht steht das Tier mit seiner ägyptischen Lesung der Hieroglyphe „Sohn“ für den familiären Status des Harpokrates, dem Kind der Isis und des Serapis.
(J. Helmbold-Doyé)

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).