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Zwei Relieffragmente mit einem Spruch aus dem Totenbuch (Tb 148)

Ident. Nr.: ÄM 14144

ObjID: obj:763307

Details (expert)

Involved
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Dating
Hatschepsut (Königin)
Datierung engl.: Hatshepsut
Additional titles
Collection title: Zwei Relieffragmente mit einem Spruch aus dem Totenbuch (Tb 148)
Translation: Two relief fragments with a spell from the Book of the Dead (Spell 148)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 36 x 34 x 4 cm

Object Description

Eine der Quellen, die dem Verstorbenen das nötige Wissen zu Informationen über die Orte, Bewohner und Geschehnisse im Jenseits vermittelte war das altägyptische Totenbuch. Es handelt sich dabei nicht um einen Text, sondern eine Ansammlung von gut 200 Sprüchen, die häufig um bildhafte Darstellungen, die sogenannten Vignetten, ergänzt sind, die die Inhalte der Sprüche illustrieren. Die Auswahl, der Umfang und die Qualität des jeweiligen Totenbuchs waren von den Wünschen und der Kaufkraft des Auftraggebers abhängig, so dass jede Zusammenstellung einzigartig ist.
Hier ist lediglich ein Teil des Totenbuchspruchs 148 erhalten geblieben, der die Versorgung des Verstorbenen zum Inhalt hat. Darin werden die Verstorbenen als „Verklärte“ angesprochen, denen eine dauerhafte Versorgung mit Brot, Bier sowie sonstigen Speisen zugesichert wird.
Die beiden Relieffragmente waren Teil einer größeren Inschrift von der hier noch vier senkrechte Zeilen erhalten sind. Auch wenn die Position im Totentempel der Hatschepsut noch nicht eindeutig geklärt ist, ist deren Anbringung wahrscheinlich in einem der Schreine im oberen Teil des mehrstöckigen Komplexes zu vermuten. Damit sollte nicht nur ihre Versorgung gesichert sein, sondern auch die ihres Mannes Thutmosis II.
J. Tschernig

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).