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Standstatuette einer nackten Frau (Frauenfigur)

Ident. Nr.: ÄM 14158

ObjID: obj:763332

Details (expert)

Involved
Georg Schweinfurth (29.12.1836 - 19.9.1925),
Mäzen*atin
Dating
11. Dynastie
Geographical references
Material / Technique
Ton, gebrannt (Material); bemalt
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 15,4 x 6 x 3 cm

Object Description

Das Gesicht der Figur ist stark stilisiert dargestellt und wird von einer großen Nase und großen, durchbohrten Ohren dominiert. Längliche Einkerbungen stellen die Augen dar. Der Mund ist nicht zu erkennen. Die Haartracht ist über dem Gesicht durch eine Wulst mit eingeritzten Kerben modelliert. Am hinteren Kopfteil sind vier Löcher ausgespart, durch die einst – wie an anderen Figuren belegt - dünne Fäden gezogen waren an denen sich kleine Tonperlen befanden. Auch dieser Bereich ist Bestandteil der Frisur. Der Kopf ruht auf einem kräftigen Hals, der mit zwei Halsketten geschmückt ist. Er leitet zu einem schlanken Körper über, auch wenn die langen geschwungenen Arme den Eindruck einer gewissen Breitschultrigkeit vermitteln. Die Figur hat keine Füße. Ob sie beschädigt oder absichtlich weggelassen wurden ist unklar. Große Brüste und ein großes Schamdreieck betonen die Nacktheit des Frauenkörpers. Um die Taille verläuft eine Reihe kleiner in den Ton gedrückter Punkte, die sich auf der Rückseite fortsetzt. Sie soll einen Gürtel aus Kauri-Muscheln darstellen. Das Gesäß ist plastisch herausgearbeitet.
Kleine Figuren nackter Frauen wurden als Votivgaben in Tempeln, als und auch in Wohnhäusern gefunden.
Aufgrund des Fehlens parallel verlaufender Textzeugnisse können hinsichtlich der genauen Funktion nur Vermutungen angestellt werden.
Die deutlich betonten Geschlechtsmerkmale sowie der Gürtel aus Kauri-Muscheln können sicherlich als Symbole für die weibliche Fruchtbarkeit gedeutet werden. Für diese Interpretation spricht auch, dass viele dieser Figuren in Frauen- und Kindergräbern gefunden wurden. Sie deuten die Bereitschaft und Fähigkeit zu Empfängnis und Geburt an. Damit gehören sie eng zum Lebensbereich der Frau. Dem widerspricht auch nicht, dass sich derartige Frauenfiguren in Männerbestattungen fanden.

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).