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Statuette zweier nubischer Gefangener

Ident. Nr.: ÄM 22577

ObjID: obj:769688

Details (expert)

Involved
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938)
Dating
18.–19. Dynastie
Additional titles
Collection title: Statuette zweier nubischer Gefangener
Translation: Statuette of two nubian captives
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 16,8 x 7,2 x 14,5 cm

Object Description

Kurz hintereinander wurden die Bruchstücke der Statuette von zwei verschiedenen Händlern für das Ägyptische Museum und Papyrussammlung Berlin erworben und zusammengefügt. Die Mitte bildet eine Art Pfahl, dessen unteres Ende fehlt, oben ist er gerundet. Daran sind links und rechts zwei stehende, symmetrisch angeordnete Männer festgebunden. Der Mann auf der rechten Seite ist an den Handgelenken gefesselt und erscheint etwas größer als der linke. Während der Linke an den Ellenbogen gefesselt ist. Beide sind mit einem Schurz bekleidet, haben ihre Köpfe zurückgeworfen und sind an den Pfahl gelehnt. Ihre Gesichtszüge, durch die vollen Lippen und die breite Nase, sowie ihre gelockte Haartracht kennzeichnen sie als Nubier. Fehlende Vergleichsstücke erschweren die Deutung und die Bestimmung eines möglichen Aufstellungsortes der Gruppe. Der Pfahl könnte jedoch als die Hieroglyphe sma, also als Zeichen des „Vereinigens der beiden Länder“ gedeutet werden und damit die Niederwerfung der Feinde Ägyptens symbolisiert sein. Vielleicht ist die Darstellung aber auch im Zusammenhang mit den Unterweltsbüchern zu sehen, wo die Verdammten ebenfalls paarweise um einen Pfahl gebunden sind.
(J. Jancziak)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).