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Terrakotte in Gestalt eines sitzenden Esels

Ident. Nr.: ÄM 22634

ObjID: obj:769878

Details (expert)

Creator/Entity
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938)
Date(s)
Griechisch–Römische Zeit (Ägypten)
Additional titles
Collection title: Terrakotte in Gestalt eines sitzenden Esels
Terracotta in the shape of a sitting donkey
Geographical references
Material / Technique
Ton, gebrannt (Material)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 23,5 x 8,1 x 6,3 cm

Object Description

Die Terrakotte stellt einen sitzenden, mit einem Gewand bekleideten Esel dar, der in seiner Erscheinungsform sehr menschlich wirkt. Die Figur ist frontal ausgerichtet, der Blick des leicht schräg gestellten Kopfes ist gerade nach vorn gerichtet. Die Augen sind oval ausgestaltet, die Nüstern, der Mund und die Mähne sind nur angedeutet. Zwischen den Ohren ist ein nach oben schauendes Auge angebracht, das an das Horus-Auge – Symbol der Sonne und der göttlichen Sphäre – erinnert. Die beiden Vorderbeine des Esels sind zwar unter dem Gewand verborgen, ihre Umrisse sind jedoch erkennbar. Während das linke Vorderbein wie eine menschliche Hand auf dem linken Hinterbein aufliegt, ist das rechte Vorderbein vor der Brust angewinkelt. Unter dem Gewand ragen die beiden Hinterbeine des Esels hervor. Ein Loch auf der Rückseite der Figur könnte dazu gedient haben, die Terrakotte mit einem Nagel oder Haken zum Beispiel an einer Wand- oder Kultnische im Haus, im Grab oder in einem Heiligtum anzubringen. Die eigenartige Darstellung und der fehlende Fundkontext erschweren die genauere Identifikation dieser Figur. Ihre Kleidung ist griechisch-römisch, während die Sonnenscheibe eher auf den ägyptischen Kulturkreis hinweist. Derartige Mischformen sind in der Entstehungszeit dieser Figur nicht ungewöhnlich und spiegeln die Multikulturalität der Zeit wider. Da der Esel keiner Gottheit zugeordnet ist, kann es sich eigentlich nur um eine karikaturistische Darstellung handeln. Aus der Literatur ist die „verkehrte Welt“ bekannt, in der Tiere wie Menschen agieren. Es könnte sich bei dieser Figur um die Karikatur eines Redners handeln in der charakteristischen Pose mit den unter dem Gewand verborgenen Armen, da man beim Reden nicht gestikulieren soll, und mit dem nach oben gerichteten „Seelenauge“, das nach Ideen sucht. Ein konkretes literarisches Vorbild liefert der christliche Theologe Origenes (185–253 n. Chr.) in einer Anekdote über den griechischen Philosophen Platon (428–348 v. Chr.).

Aus: Gerhardt, M., Knebel, J., Pabst, R., Valsecchi Gillmeister, A., Zorn, O. (Hrsg.), Einfach unentbehrlich. Der Esel in der antiken Welt, Berlin, 2024

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Dieser demotische Brief datiert in die 27. Dynastie des Alten Ägypten, genauer auf den 21. April 492, und stammt von der Nilinsel Elephantine. Es handelt sich um den Brief des persischen Statthalters (Satrapen) Pherendates an die Chnum-Priester von Elephantine, nach welchen Kriterien der persische König Dareios I. eine Person als ungeeignet für die Ausübung des Amtes eines Wab-Priesters hält. Hier zeigt sich, dass der persische Herrscher mit den ägyptischen Priestern zusammenarbeitete, sich aber seine Entscheidungsbefugnisse bezüglich der Besetzung von Priesterstellen nicht nehmen ließ. Der Brief wurde nach der Interpretation von Karl-Theodor Zauzich geschrieben von Satibar , während Wahibre als Gegenzeichner fungierte.Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Schrift ist das sogenannte Demotische. Dabei handelt es sich um eine sehr verkürzte Kursivschrift des Alten Ägypters, die gerade in persischer und griechisch-römischer Zeit eingesetzt wurde. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche demotische Papyri und Ostraka dieses Zeithorizonts.http://elephantine.smb.museum/record/ID100460V. Lepper / J. Moje

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Hier heißt es:(Erzähler):Petrus sprach zu Maria: (Petrus):"Schwester wir wissen, dass der Erlöser dich liebte mehr als die übrigen Frauen. Sage uns die Worte des Erlösers, deren du dich erinnerst, die du kennst, nicht aber wir, und die wir auch nicht gehört haben.“(Erzähler):Maria antwortete und sprach:(Maria Magdalena):"Was euch verborgen ist, will ich euch mitteilen“ und sie begann ihnen zu berichten.…(Erzähler):„Als Maria das gesagt hatte, schwieg sie…“Entgegen sprach Petrus: …(Petrus):“Hat er denn mit einer Frau heimlich vor uns und nicht öffentlich gesprochen? Sollen wir umkehren und alle auf sie hören?“...(Erzähler):„Darauf weinte Maria und sprach zu Petrus: (Maria Magdalena):Mein Bruder Petrus, was glaubst du denn? Glaubst du, ich habe das selbst ersonnen in meinem Herzen oder ich lüge über den Erlöser?(Erzähler):Levi entgegnete und sprach zu Petrus:(Levi):„Wenn der Erlöser sie würdig gemacht hat, wer bist denn du, dass du sie verwirfst?Sicherlich kennt der Erlöser sie ganz genau. Deshalb hat er sie mehr als uns geliebt.Wir sollen uns vielmehr schämen, den vollkommenen Menschen anziehen, losgehen, wie er es uns aufgetragen hat und das Evangelium verkünden…Als Levi dies gesagt hatte, schickten sie sich an zu gehen, um zu verkündigen und zu predigen: Das Evangelium nach Maria.“Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.V. Lepper

Aramäischer Papyrus mit der Antwort mit Memorandum des Statthalters von Judäa, Bagohi, an die Juden von Elephantine bzgl. Wiederaufbau des Tempels

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Auf der Nilinsel Elephantine befand sich während der 27. Dynastie eine aramäo-jüdische Gemeinde, die viele aramäische Papyri hinterlassen hat. Diese Gemeinde besaß ebenso ihren eigenen Jahu-Tempel. Nach dessen Zerstörung wird am 25. November 407. v. Chr. in einer aramäischen Eingabe der jüdischen Siedler von Elephantine an den persischen Stadthalter von Judäa namens Bagohi um die Erlaubnis gebeten, den Tempel wieder aufbauen zu dürfen. Dies ist die Antwort des Bagohi in der Form eines aramäischen Memorandums. Der Wiederaufbau wird erlaubt.(V. Lepper)Papyrus war ein sehr beliebtes jedoch teures Schreibmaterial im Alten Ägypten. Dieser Papyrus stammt von der Nilinsel Elephantine in Ägypten und wurde während der Ausgrabungen der damals Königlichen Museen durch Otto Rubensohn und Friedrich Zucker zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgegraben. Die hier verwendete Sprache und Schrift ist das Aramäische. Aramäisch ist eine semitische Sprache, die mit einer Alphabetschrift notiert wurde. Insbesondere im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde sie als „lingua franca“ im westlichen Perserreich und damit auch in Ägypten eingesetzt. Von der Nilinsel Elephantine stammen zahlreiche aramäische Texte aus dieser Zeit, die zu der dortigen aramäo-jüdischen Gemeinde gehörten.Memorandum über die Antwort des Statthalters auf das Gesuch der Juden mit der Erlaubnis zum Wiederaufbau des Jahu-Tempels.http://elephantine.smb.museum/record/ID100735V. Lepper / St. Wimmer