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Statue einer Löwengottheit

Ident. Nr.: ÄM 24021

ObjID: obj:771033

Details (expert)

Dating
Spätzeit
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 58 x 15,5 x 23,5 cm

Object Description

Die Figur des Gottes ist unvollendet. Er ist in üblicher Weise dargestellt mit vorgesetztem linken Bein, die rechte Hand hält das Lebenszeichen, die linke Hand sollte ein gesondert aus Metall gearbeitetes Gotteszepter senkrecht vor dem Körper halten. Den Übergang des Tierkopfes zum Körper vermittelt der schwere Haarschopf, dessen beiden vorderen Teile über der Brust noch nicht voneinander getrennt sind. Die Herstellung des altägyptischen Rundbildes ging von einem rechtwinklig zugehauenen Werkblock aus, auf dessen Flächen mit Hilfe eines Quadratnetzes alle einschlägigen Ansichtsseiten in Umriß und Detail aufgezeichnet wurden. Vorlagen waren Musterzeichnungen. Spuren des eingeritzten Quadratnetzes sind am Rückenpfeiler und am Hinterkopf der Figur noch zu sehen. Der bildhauerische Prozeß arbeitete auf allen Flächen gleichzeitig Schicht um Schicht des Steinblockes ab. Zwischenstadien zeigen, dass die Körperformen zunächst als rechteckige ebenflächige Formgebilde geschaffen wurden, aus denen dann in zunehmender Detaillierung die gerundeten Formen herausgearbeitet wurden. An der Löwenfigur st der Bildhauer inmitten dieses Prozesses stehengeblieben. Die Detailausformung ist bereits erreicht, die letzten Grate sind teilwiese schon abgeglättet, an der Außenseite des linken Beines ist eine Korrektur zu sehen: Das Volumen der Wade sollte wohl im Ganzen noch um eine Schicht verringert werden. Es fehlen Details, die mit Graviersticheln zu arbeiten waren, Binnenzeichnungen und Kanten des Schurzes, die Details an Kopf und Haar und anderes mehr.
(Karl-Heinz Priese)

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Deckel des anthropomorphen Sargs des Chaa/Chai-Hor

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Im Jahr 1908 wurde der anthropomorphe Holzsarg des zweiten Priesters der Neith Chai-Hor aus Kom Ombo, Sohn von Nechet-Hor-heb und Cha-bas, zusammen mit der darin befindlichen Mumienhülle aus Kartonage und der Mumie nach Berlin gebracht. Ursprünglich gehörte zu dem Ensemble noch ein äußerer Sandsteinsarkophag.Der Holzsarg des Chai-Hor wurde schwarz grundiert und polychrom dekoriert. Der proportional sehr große Kopfteil des bauchigen Holzsarg, dessen Vorderteil mit dem Gesicht und einem Teil der Perücke extra ausgearbeitet und an den Deckel befestigt wurde, hat eine fast quadratische Form. Das breite Gesicht des Sargdeckels ist umrahmt von einer schwarzen Perücke, deren einzelnen Haarsträhnen durch Längs- und Querstriche in gelber Farbe gekennzeichnet werden. Die Innenzeichnungen zeigen deutlich, dass es sich hier um eine gestufte Perücke handelt, die sich in der Ptolemäerzeit großer Beliebtheit erfreute. Unterhalb des schmalen Blütenhalskragens lässt sich eine Darstellung eines geflügelten Skarabäus mit einer Sonnenscheibe zwischen den Vorderbeinen erkennen, gefolgt von der knienden Himmelsgöttin Nut mit ausgestreckten Flügeln. In den darunter befindlichen drei Registern sieht man die Darstellungen der verschiedenen Gottheiten vor den unterschiedlichen Erscheinungsformen des Osiris: Im oberen Register die erste Erscheinungsform des Osiris. Sie wird von Isis und Nephthys angebetet, die jeweils von zwei Horussöhnen flankiert werden. Im mittleren Register folgt die Darstellung von Horus und Thot vor einem Djed-Pfeiler mit dem Kopf des Osiris. Im unteren der drei Register sind Isis und Nephthys in Gestalt der geflügelten Göttinnen noch einmal abgebildet, die mit ihren ausgebreiteten Flügeln den mumienförmigen Osiris beschützen. Den Abschluss der Dekoration des Sargdeckels bilden die Darstellungen weiterer mumienförmiger Gottheiten, Anubis und Upuaut in Gestalt zwei sich gegenüberstehenden, auf Schreinen liegenden Schakalen im Fußbereich, sowie auf der Vorderseite der Basis die Szene des von Maat zu den vier mumiengestaltigen Gottheiten geführten Verstorbenen. Des Weiteren begrenzen Inschriftenbänder die Dekoration des Sargdeckels seitlich. Sie sind auch auf den Seiten der Sargwanne vorhanden.(I. Liao)