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Reliefblock aus einem Tempel: der Nilgott Hapi bringt kniend seine Gaben dar

Ident. Nr.: ÄM 24026

ObjID: obj:771052

Details (expert)

Dating
25. Dynastie (Kuschiten)
Datierung engl.: 25th Dynasty (Kushites)
Additional titles
Collection title: Reliefblock aus einem Tempel: der Nilgott Hapi bringt kniend seine Gaben dar
Translation: Relief fragment with the Nile god Hapi
Geographical references
Material / Technique
Sandstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 85 x 39,5 x 6,5 cm

Object Description

Das Relief ist Teil der Grabkapelle der Gottesgemahlin des Amun, Schepenupet II. Sie war zu ihren Lebzeiten mit dem Gott Amun vermählt und zugleich eine der mächtigsten Personen im Gebiet von Theben. Wegen ihrer besonderen Stellung konnte sie ihr Grab in einem Tempelkomplex errichten und somit von den periodisch wiederkehrenden Prozessionen profitieren. Auf dem Block ist der androgyne Gott Hapi kniend abgebildet, der vor sich Opfergaben hält. Er ist die göttliche Erscheinungsform der Nilflut.
(J. Helmbold-Doyé)

Last updated: 16.12.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).