Logo

Votivstele des Ipepi für den Gott Osiris-Chontamenti

Ident. Nr.: ÄM 24031

ObjID: obj:771072

Details (expert)

Date(s)
17. Dynastie (Theben)
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 46,3 x 29,5 x 10,5 cm

Object Description

Im Giebelfeld der oben abgerundeten Stele des Ipepi sind als Bekrönung ein Paar Udjat-Augen und ein Schen-Ring abgebildet. In den beiden Giebelecken befinden sich außerdem Darstellungen von zwei Opfermatten mit darauf liegenden Broten. Unterhalb der vierzeiligen Opferformel ist der Steleninhaber Ipepi, der das Amt des Vorstehers der Stätte innehatte, anbetend vor dem mumienförmigen Osiris bzw. Osiris-Chontamenti (wörtlich Osiris, Vorderster der Westlichen) mit der weißen Krone zu sehen. Die blaue, grün gemeinte Gesichtsfarbe des Osiris, der ein Was-Szepter vor sich hält, symbolisiert die Fruchtbarkeit. Zwischen Ipepi und Osiris ist ein in zwei Subregister gegliederter Opferaufbau abgebildet. Die Beischrift in einer senkrechten Kolumne vor Ipepi beschreibt seine anbetende Darstellung als „Lobpreis geben an Osiris, Herrn von Abydos“. Im unteren Bildfeld steht direkt unterhalb von Ipepi seine Frau Bebiresti, die sich eine Lotusblüte an ihre Nase hält. Vor ihr ist auf dem Boden ein kleiner Opferständer zu sehen. Ihr gegenüber stehen zwei weitere Frauen mit Lotusblüten in den Händen. Sie besitzen ebenfalls jeweils einen Opferständer, der vor ihren Füßen aufgestellt ist. Die Beischriften benennen sie als die Mutter des Ipepi Seteschsat und seine Schwester Hapi. Alle Darstellungen und Inschriften sind in recht flachem versenktem Relief gearbeitet und wurden anschließend bemalt.
Ab dem Mittleren Reich erfreute sich der Kult des Jenseitsgottes Osiris mit Abydos als Hauptkultzentrum sehr großer Popularität. Der Gott wurde zum Herrscher des Totenreiches erklärt. Anders als im Alten Reich, in dem nur der König als Osiris zum ewigen Herrn der Toten wurde, war es mit Beginn des Mittleren Reiches allen Verstorbenen möglich, zu Osiris zu werden. Ipepi tritt hier in der Rolle des Horus, Sohn des Osiris, vor den Gott, zu dem er selbst geworden ist und dessen Triumph über den Tod auch ihm zuteilwerden soll. Seine engsten Familienmitglieder begleiten ihn bei diesem Prozess.
Da die Darstellung einer anbetenden Privatperson vor einer Gottheit erst ab dem späten Mittleren Reich belegt ist, kann die Stele des Ipepi nicht früher datiert werden. Zudem werden in der Opferformel neben Osiris weitere abydenische Gottheiten, Upuaut und Min-Hornacht (wörtlich Min, starker Horus), angerufen. Die Nennung dieser drei abydenischen Gottheiten könnte als Indiz für Abydos als möglicher Herkunftsort der Stele dienen. Zudem erscheint der Gott Min-Hornacht erst ab der 13. Dynastie auf den abydenischen Stelen. Eine Datierung der Stele in die 13. Dynastie scheint daher überzeugend zu sein. Dafür sprechen auch die stilistischen und kompositorischen Kriterien, die der Zeit vom späten Mittleren Reich bis zum Beginn der Hyksosherrschaft in der 15. Dynastie zuzuordnen sind.

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper