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Stele des Hor, zusammen mit seiner Frau vor dem Gott Re-Harachte

Ident. Nr.: ÄM 24038

ObjID: obj:771107

Details (expert)

Dating
21. Dynastie
Geographical references
Material / Technique
Kalkstein (Material / Stein)
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 26,7 x 22 x 5 cm

Object Description

Anbetend tritt der Steleninhaber Hor mit erhobenen Armen in Begleitung seiner Gemahlin vor den Gott Re-Harachte, der auf einer erhöhten Basis vor einem Opfertisch thront. Der falkenköpfige Gott ist mit einer Sonnenscheibe mit Uräusschlange bekrönt. In seinen Händen hält er Krummstab und Wedel – die Herrschaftsinsignien und osirianischen Attribute. Sein Körper ist wie der des Osiris mumienförmig wiedergegeben. Hor, der mit einem modischen Kinnbart dargestellt ist, trägt über dem kurzen Schurz einen plissierten Überwurf mit weiten Ärmeln. Seine Frau ist in ein enganliegendes, langes Kleid gehüllt, über dem ebenfalls ein halbtransparenter plissierter Überwurf liegt. Auf ihren Köpfen tragen die beiden jeweils ein Stirnband und einen Salbkegel mit herabhängender Lotusknospe.
Eine geflügelte Sonne unter der gebogenen Himmelshieroglyphe bildet den oberen Abschluss der abgerundeten Stele. Zwischen der geflügelten Sonne und den Inschriftenkolumnen befindet sich eine Symbolgruppe für immerwährenden Schutz und dauerhafte Versorgung, die aus einem Schen-Ring, Wasserlinien, einem Napf sowie umrahmenden Udjat-Augen zusammengesetzt ist. Derartige Gruppierungen von Schutzsymbolen finden sich häufig auf den Totenstelen ab dem Mittleren Reich. Den Inschriften folgend war Hor, Sohn des Kapef-en-ha-Mut, als Reinigungspriester und Handwerker tätig. Seine Gemahlin Mut-chati, Tochter der Mut-en-ipet, trug den Titel der Hausherrin und Sängerin des Amun.
Auch wenn der Fundkontext des Objektes unklar bleibt, ist die Stele aus Kalkstein eindeutig dem funerären Kontext zuzuschreiben. Die Dominanz der Darstellungen, die hier in versenktem Relief ausgeführt sind, ist typisch für die Stelen der Dritten Zwischenzeit. Zudem finden sich in der Dritten Zwischenzeit bis zur Kuschitenzeit auf den Grab- oder Totenstelen Darstellungen des sitzenden, falkenköpfigen Re-Harachte mit Mumienkörper und osirianischen Attributen. Als Re-Harachte ist Re als morgendlicher, im Osten aufgehender Sonnengott charakterisiert. Im Neuen Reich, mit der aufsteigenden Beliebtheit der Sonnentheologie, hat sich die kosmisch-solare Gottheit im Totenglauben neben Osiris immer mehr in den Vordergrund geschoben. Der Verstorbene wünschte sich die tägliche Wiedergeburt im Gefolge des Sonnengottes, indem er mit ihm zusammen die solare Fahrt durch die Unterwelt und den Himmel durchführte.
(I. Liao)

Last updated: 03.07.2026

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Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).