Logo

Textilpuppe mit Goldschmuck

Ident. Nr.: ÄM 17954

ObjID: obj:771625

Details (expert)

Dating
2. Jh. n. Chr.
1.-2. Jhdt. n. Chr.
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 14,5 x 3 x 10 cm

Object Description

Der Torso der Puppe besteht aus biegsamem Füllmaterial, das mit Leinen umspannt ist, während der Kopf von einer mächtigen Turbanfrisur aus echtem Haar gerahmt wird. Darunter verschwindet fast das zierliche Gesicht, dessen Eindruck durch die großen Mandelaugen und den kleinen Mund verstärkt wird. Die Puppe trägt ein ponchoartiges Kleid mit umstickter Halsöffnung über einem kurzen Untergewand aus feinerem Leinen. Außergewöhnlich ist der Schmuck. Der Ohrschmuck ist aus echtem Goldblech, die Ringe um Hals, Fuß- und Handgelenke bestehen aus Leder mit einer Blattgoldauflage. Damit zählt die Puppe zu den luxuriösesten ihrer Art und wird einem Kind aus wohlhabendem Elternhaus gehört haben. Anhand der Haartracht lassen sich Parallelen zu weiblichen Frisuren aus der Zeit der Kaiser Hadrian (117–138) und Antoninus Pius (138–161) heranziehen.
(J. Helmbold-Doyé)

Last updated: 26.02.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Additional items from the collections

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).