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Hathorkopf-Amulett

Ident. Nr.: ÄM 34983

ObjID: obj:776696

Details (expert)

Involved
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Dating
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Additional titles
Collection title: Hathorkopf-Amulett
Translation: Amulet shaped as the head of goddess Hathor
Geographical references
Material / Technique
Fayence (Material), blau
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 1,3 x 0,7 x 0,3 cm

Object Description

Das hier gezeigte Objekt wurde aus blauer Fayence hergestellt. In Achet-Aton wurde neben Glas hauptsächlich Fayence zur Schmuckherstellung eingesetzt. Trotz der nur sehr unförmig gearbeiteten und grob erhaltenen Merkmale ist zu erkennen, dass es sich dabei um eine Darstellung des Hathorkopfes handelt. Seine Verwendung lässt sich hier in einen religiös-privaten Kontext einordnen, wobei es wahrscheinlich als Amulett oder Talisman um den Hals getragen wurden. In Achet-Aton kamen derartige Anhänger in Gestalt von Götterfiguren in besonderer Vielzahl zum Vorschein, was als Beleg gedeutet werden könnte, dass die Bevölkerung, trotz einer offiziellen Herabsetzung der traditionellen Götter, diese im privaten Bereich weiterhin verehrten. Solchen tragbaren Götterfigürchen wurde eine Glück bringende bzw. Unheil abwehrende Kraft zugesprochen; sie hatten die Aufgabe, den Besitzer magisch zu schützen. Hathor stand für das Wohlergehen der Frauen. Aufgefunden wurden das Objekt in Haus P 47.1, der Fundkontext bleibt durch eine fehlende Raumzuweisung jedoch unklar.
Nach: Mettlen, J., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 300 (Kat.-Nr. 83).

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).