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Standfigur des Königs Amenemhet III.

Ident. Nr.: ÄM 1121

ObjID: obj:778401

Details (expert)

Involved
E. F. August von Pentz (1803–1874),
Käufer*in
Dating
Ammenemes III. (Amenemhet III.)
Bearbeitung: Merenptah
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 191 x 56 x 59 cm

Object Description

Wie im Alten Reich, so ließen sich die Könige des Mittleren Reiches in Pyramiden bestatten. Ihre Kultfiguren wurden nach wie vor in den Pyramidentempeln aufgestellt. Darüber hinaus finden sich nun aber auch zahlreiche Königsbildnisse in Göttertempeln, deren Bau in den Vordergrund getreten ist. Dort wurde der Pharao u.a. in seiner Funktion als Priester dargestellt, wodurch seine Bildnisse eine öffentlich-propagandistische Funktion erhielten und die Rolle des Königs als Vermittler zur Gottheit betonen.
In seiner überlebensgroßen Figur ist Amenemhet III. als Betender dargestellt. Die Arme ruhen mit flach ausgestreckten Händen auf dem Königsschurz, der mit Mitte einen mit Uräen geschmückten Behang zeigt. Amenemhet trägt das Königskopftuch. An diesem war über der Stirn in einer Aushöhlung der aus einem anderen Material gefertigte Oberkörper einer Uräusschlange befestigt. Reste des gewundenen Schlangenkörper sind auf dem Kopf zu sehen.
Die Figur, im Ptah-Tempel von Memphis aufgefunden, wurde in der 19. Dynastie von König Merenptah wieder verwendet, der den Rückenpfeiler mit seinen Namen beschriften ließ. Der Thronname Amenemhets III., Ni-maat-Re, blieb auf der Schließe des Schurzgürtels erhalten.
Auffäligerweise ist auch das Gesicht überarbeitet worden, erkennbar an der rauheren Oberfläche, die mit Stuck geglättet und wohl wie die gesamte Figur bemalt war.
(Klaus Finneiser)

Last updated: 25.08.2025

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).