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Brust-Bein-Auflage der Mumie der Ta-scherit-(en)-Amun, Tochter des Ij-em-hetep und der Ta-dit-ta-Repit

Ident. Nr.: ÄM 24224/03

ObjID: obj:778887

Details (expert)

Date(s)
Ptolemäerzeit
Geographical references
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 84 x 42,5 x 9 cm

Object Description

Die Brust-Bein-Auflage einer Mumie aus Kartonage diente zusammen mit der dazugehörigen Mumienmaske (ÄM 24224/01) und der Fußauflage (ÄM 24224/02) dem Schutz des mumifizierten Körpers der Ta-scherit-Amun, Tochter des Ij-em-hetep und der Ta-dit-ta-Repit. Alle drei Teile wurden komplett mit aufwendigen eingeritzten Dekorationen überzogen und vollständig vergoldet.
Die Dekoration der Brust-Bein-Auflage folgt weitgehend der damaligen Konvention. Unterhalb des breiten Halskragens, dessen Abschlussstücke zwei mit Sonnenscheibe bekrönte Falkenköpfe bilden, ist die Himmelsgöttin Nut kniend mit ausgebreiteten Flügeln dargestellt. Sie hält zwei Federn der Maat, der Göttin der Gerechtigkeit, in den Händen. Neben den Federn ist jeweils ein Udjat-Auge zu sehen. Im nächsten Register sind die vier Horussöhne abgebildet. Darunter folgt eine Szene, in der die Mumie auf einer Löwenbahre liegt und der schakalköpfige Gott Anubis mit einem Salbgefäß in der Hand, über diese gebeugt ist. Er zeigt damit an, dass die Balsamierung ordnungsgemäß durchgeführt worden ist. Die Göttinnen Isis am Kopfende der Mumie und Nephthys am Fußende beweinen die zu Osiris gewordene Tote. Vier Reihen floraler Motive, die wohl vier stark stilisierte Blütengirlanden zeigen, bilden den Abschluss der Dekoration. Des Weiteren befindet sich in dem zentralen bogenförmigen Feld des Halskragens die Darstellung eines Wesens mit Menschenkopf, Skarabäuskörper sowie Falkenflügeln und -krallen, das aus einer offenen Lotusblume emporsteigt. In dieser Mischgestalt steht der morgendliche Sonnengott sinnbildlich für den immerwährenden Sonnenlauf und die Regeneration bzw. Wiedergeburt, die die Verstorbene erhoffte.
Ab der Ptolemäischen Zeit wurden Mumienhüllen aus Kartonage nicht mehr aus einem Stück gearbeitet, sondern setzten sich aus mehreren Teilen zusammen. Da das Gold aufgrund seiner materiellen Unvergänglichkeit den Ägyptern als „Fleisch der Götter“ galt, wurde die Göttlichkeit des Toten durch die Goldfarbe zum Ausdruck gebracht. Die Vergoldung der Mumienmasken, die zuerst den Königen und seine nahen Angehörigen vorbehalten war, breitete sich vom dritten vorchristlichen Jahrhundert auch bei Privatpersonen stark aus.
(I. Liao)

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper