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Äußerer, anthropomorpher Sarg der Tairkap (Deckel)

Ident. Nr.: ÄM 3/01

ObjID: obj:779317

Details (expert)

Date(s)
25.–26. Dynastie
Additional titles
Collection title: Äußerer, anthropomorpher Sarg der Tairkap (Deckel)
Translation: Anthropoid Outer Coffin of a Woman Named Ta-ir-kap (Lid)
Geographical references
Dimensions
Länge x Breite x Höhe: 213 x 78 x 54 cm (ohne Federn)
Länge x Breite x Höhe: 213 x 78 x 68 cm (mit Federn)
Gewicht: 80 kg

Object Description

Die beiden anthropomorphen Särge der Tare-kap (ÄM 3, ÄM 4) sind in ihrer Dekoration ähnlich aufgebaut. Sie wurden mit wenigen Illustrationen und vielen Texten geschmückt, wobei die Wannen gänzlich mit Texten aus dem Totenbuch überzogen sind.
Die ikonographische Gestaltung des äußeren, anthropomorphen Sargdeckels der Tare-kap entspricht weitgehend der damaligen Konvention: Das Gesicht des Sargdeckels, das von einer ehemals blau bemalten Perücke umgeben ist, wurde als Symbol der Regeneration und mit Bezug auf den Jenseitsgott Osiris grün bemalt. Die Darstellungen der geflügelten Schutzgöttinnen Nephthys, Nut und Isis am Scheitel, auf der Brust sowie im Fußbereich gehören ebenfalls zu gängigen Motiven. Unterhalb des breiten Halskragens und der Göttin Nut mit ihren ausgestreckten Flügeln folgt der tatsächliche Teil mit den Dekorationen. Er beginnt mit einer genealogischen Aufzählung der verstorbenen Verwandten und einer kurzen Anrufung der Nut. Im Anschluss daran führen vom Mittelteil je fünf Darstellungen seitlich ab, die die vier Horussöhne, zwei Erscheinungsformen des Gottes Anubis und des Geb sowie zwei auf dem Neb-Zeichen ruhende Udjat-Augen zeigen. Des Weiteren lässt sich im Mittelteil im Brustbereich des Sargdeckels eine vignettenartige Darstellung der Mumie der Verstorbenen auf einer Löwenbahre finden. Über ihr fliegt der Ba-Vogel. Das zierliche Brustbild fungiert als zentrales Schmuckelement des dezent dekorierten Körpers. Auch die Aufteilung der Bild- und Textfelder des äußeren Sargdeckels der Tare-kap sind typisch für seine Entstehungszeit und variieren nur leicht.
Da das Sargensemble der Tare-kap im thebanischen Grab des Amun-Priesters Pa-es-tenfi gefunden wurde, ist die Verstorbene der thebanischen Oberschicht zuzuordnen. Tare-kap trägt außerdem in den Inschriften den Titel „Verhüllte“, der auf ihren Status als Frau eines Priesters hinweist.
(I. Liao nach: Helmbold-Doyé, J. / Jancziak, J. (Hrsg.), “Wechselnde Identitäten”. Eine Ausstellung mit Werken von Gelb Bas, Sonderschriften der Ägyptischen Sammlung 4, Berlin 2015, S. 70; Germer, R. / Kischkewitz, H. / Lüning, M., Berliner Mumiengeschichten. Ergebnisse eines multidisziplinären Forschungsprojektes, Regensburg 2009, S. 50ff.)

Last updated: 15.09.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Demotischer Papyrus mit einem Auszug aus dem "Buch vom Atmen" für Pamonthis

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.Dies ist der Totenpapyrus des Pamonth mit einer mythologischen Darstellung. Der mumifizierte Tote wird vor einem gefüllten Opfertisch mit dem Unterweltsgott Osiris dargestellt, hinter ihm steht der Totengott Anubis. Dieser Papyrus ist in demotischer Sprache und Schrift geschrieben und datiert in die Römische Kaiserzeit, vermutlich ins 2.-3. Jahrhundert nach Christus. Dies ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass die altägyptische Mythologie noch bis weit in christliche Zeit hinein verbreitet war. Ursprünglich war der Papyrus mit einem, heute abgewischten, greichischen Text beschriftet (Palimpsest).V. Lepper