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Innerer, anthropomorpher Sarg der Tairkap (Deckel)

Ident. Nr.: ÄM 4/01

ObjID: obj:779867

Details (expert)

Dating
25.–26. Dynastie
Additional titles
Collection title: Innerer, anthropomorpher Sarg der Tairkap (Deckel)
Translation: Anthropoid Inner Coffin of a Woman Named Ta-ir-kap (Lid)
Geographical references
Dimensions
Länge x Breite x Höhe: 178,5 x 53 x 28 cm

Object Description

Im Alten Ägypten war es, bis auf wenige Ausnahmen, üblich, Frauen etwas einfacher für das Jenseits auszurüsten als Männer. Dies spiegelt sich im Sargensemble der Tarekap deutlich wieder. Auch wenn alle Sargkomponenten in einer handwerklich hoch stehenden Qualität angefertigt worden sind, beschränkt sich die Dekoration auf ein knappes Maß an Illustrationen. Sowohl Deckel als auch die Wanne des inneren Sargs wurden gänzlich mit Texten aus dem Totenbuch überzogen. Dem schließen sich ausführliche genealogische Angaben mit einer Aufzählung verstorbener Verwandter an. Da die Holzsärge aus dem Grab des Amunpriesters Paestenfi stammen (ÄM 52/01), ist auch die Zugehörigkeit der Verstorbenen zur thebanischen Oberschicht nicht verwunderlich. Tarekap selbst trägt in den Inschriften den Titel der „Verhüllten“, ein Hinweis auf ihren Status als Frau eines Priesters. Mit dem Anch-Zeichen, einem Symbol, das für das Weiterleben im Jenseits steht, wurde sogar der Sockel des Sargdeckels mit hieroglyphischen Zeichen ausgeschmückt.
Die ikonographische Ausstattung des Sargdeckels wurde weitgehend konventionell gehalten. Vom Mittelteil des Sargdeckels führen je fünf paarweise Darstellungen ab, die außer den vier Horussöhnen zwei Erscheinungsformen des Gottes Anubis, die Gottheiten Geb und Nut sowie zwei Udjat-Augen zeigen – eine Aufteilung, die in leichten Variationen typisch für diese Zeit war. Auch die Darstellungen der geflügelten Göttinnen Nut und Isis am Scheitel sowie im Fußbereich des Sargs waren gängige Motive.
Im Kontrast zu den eher unscheinbaren Darstellungen und den schwarzen Hieroglyphen auf weißem Grund finden sich allerdings vor allem in der oberen Hälfte des mumienförmigen Sargs einige Farbakzente. Ein feines Accessoire stellt die wie eine Vignette gemalte Darstellung der Toten im Brustbereich dar. Als Zeichen ihres Weiterlebens im Jenseits liegt der Leichnam der Tarekap dort auf einer Bahre unter einer strahlenden Sonnenscheibe. Neben dem bunten Blütenkragen verleiht dem Sarkophag vor allem das von einer schwarzen Perücke umgebene, grün bemalte Gesicht ein bemerkenswertes Aussehen – mit Bezug auf den Gott der Unterwelt Osiris ein Symbol der Regeneration."
(Olivia Kühne)

Last updated: 03.07.2026

Contact

Institution:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).