Figurenstudien: Köchin mit Bratspieß, zwei Polen
Ident. Nr.: KdZ 12025
ObjID: obj:826725
Details (expert)
- Creator/Entity
- Date(s)
- Herstellung: 1647
- Systematics/Type
- Provenance
- Thomas Lawrence (1769-1830),
157384Samuel Woodburn (1783-1853),
157383Auktion Christie's (Samuel Woodburn),
4.-8.6.1860Adolf von Beckerath (1834-1915),
bis 1902 - Material / Technique
- Graphitstift
- Dimensions
- Blattmaß: 22,8 x 27,0 cmWasserzeichenmaß: 122 x 61 mm
- Acquisition
- 1902 von Adolf von Beckerath, Berlin, erworben
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/826725
Object Description
Die linke Hälfte der Zeichnung mit der Köchin, die Fleischstücke auf einen Bratspieß fädelt, um diesen anschließend in den Kamin einzuhängen, kopiert ein Gemälde von Pieter Aertsen von 1550, das sich heute im Palazzo Bianco in Genua befindet. Von Aertsen gibt es das Thema mehrfach: Das Gemälde Küchenmagd in den Koninklijke Musea voor Schone Kunsten van België in Brüssel bildet die Figur genau andersherum ab und zeigt sie vor einem frontal gesehenen Kamin. Zu welcher Gelegenheit Teniers das 100 Jahre ältere Gemälde hätte sehen können, ist ungewiss. Er kopierte das schmale Hochformat auf ein querformatiges Blatt und modernisierte es leicht, indem er etwa den Kamin vereinfachte. Die beiden Figuren in polnischer Tracht rechts ergänzte Teniers vermutlich nach dem Leben.
David Teniers d. J. ist vor allem für seine Genrebilder mit Dorffesten, Wirtshäusern und eleganten Geselligkeiten bekannt, die Alltag und Vergnügen auf dem Land und in der Stadt einfangen. Nach der Ausbildung in der Werkstatt seines Vaters heiratete Teniers 1637 die siebzehnjährige Anna, Tochter des verstorbenen Jan Brueghel, die zu diesem Zeitpunkt noch unter der Vormundschaft von Rubens stand. Durch die Hochzeit erhielt Teniers Zugang zu den bedeutendsten Antwerpener Künstlerkreisen; Rubens und seine Frau Helena Fourment übernahmen die Patenschaften für seine Kinder. 1651 wurde Teniers vom spanischen Statthalter Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich als Hofmaler nach Brüssel berufen. Dort betreute er dessen Kunstsammlung und veröffentlichte den ersten illustrierten Galeriekatalog, das Theatrum Pictorium.
Last updated: 17.09.2026
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