Logo

Straußeneipokal

Ident. Nr.: Hz 1196 a,b

ObjID: obj:854851

Details (expert)

Date(s)
um 1585/1591
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 51,3 x 14,5 cm

Object Description

Ein besonders charakteristisches Beispiel für die Nürnberger Goldschmiedekunst des 16. Jahrhunderts ist der Straußeneipokal des Elias Lencker: Fuß und Schaft sind im Sinne der Hochrenaissance reich mit getriebenen Ornamenten, mit farbig emaillierten geometrischen Mustern und kleinen, aus der Form gegossenen Hermen versehen. Das als Kuppa auf dem Schaft aufliegende Straußenei wird durch vier Bänder in Hermengestalt getragen. Der breite Lippenrand ist mit einem geätzten Ornamentband geschmückt, dessen Wirkung auf dem Kontrast zwischen dem Wechsel von hochglanzpolierten und mattgeätzten Ranken beruht. Die Spangen auf der Kuppa finden sich auf dem Deckel wieder, bekrönt wird dieser von einer mit Speer und Schild bewaffneten Kriegerfigur im Stil der Antike.
Ein ähnlicher Pokal Lenckers befindet sich im Historischen Museum Basel (Inv. 1882.90).

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa