Logo

Bozzetto der Statue des Kurfürsten Friedrich III. von Brandeburg (1657-1713)

Ident. Nr.: HM 2784

ObjID: obj:857403

Details (expert)

Dating
zwischen 1691 - 1698
Geographical references
Material / Technique
Gips

Object Description

Die Statuette ist der plastische Entwurf (ital. Bozzetto) für das monumentale Marmorstandbild des Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg, das sich seit 1792 in der Berliner Akademie der Künste befand und dort am 18. April 1945 zerstört wurde, so dass von ihm nur mehr das Fragment des Kopfes erhalten blieb. Diese Statue war laut einem Bericht von Johann Gottfried Schadow (1764–1850) vom 13. Mai 1791 das Werk eines sonst unbekannten Bildhauers „La Fleur“. Thomas Fischbacher hat an Hand einer brieflichen Mitteilung des braunschweigischen Gesandten Wilhelm Stratemann (um 1667–1739) vom 22. Mai 1728 nachgewiesen, dass es sich bei dem von Schadow erwähnten la Fleur nicht um den Hersteller, sondern um einen privaten Pfandbesitzer jenes Marmorstandbildes gehandelt hat. Aus der indirekten Angabe von 1713 als dem Sterbejahr des ausführenden Bildhauers in dem erwähnten Brief Stratemanns schlussfolgerte Fischbacher, dass nur Johann Christoph Döbel (1640–1713) als Hersteller in Betracht kommen kann.
Der Bozzetto für das Standbild Friedrichs III. setzt das Vorbild der 1689 in Paris errichteten Statue des französischen Königs Ludwig XIV. von Antoine Coysevox (1640–1720) voraus.
Lothar Lambacher

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Kunstgewerbemuseum

Additional items from the collections

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR