Logo

Der Arzt und Philosoph Johann Georg, Ritter von Zimmermann

Ident. Nr.: 1034E

ObjID: obj:862437

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Anton Graff (1736 - 1813),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: um 1772/73
Additional titles
Collection title: Der Arzt und Philosoph Johann Georg, Ritter von Zimmermann
Translation: Doctor and Philosopher Johann Georg, Ritter von Zimmermann
Geographical references
Berlin,
Stadt
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 52,4 x 44,3 cm
Acquisition
1888 Überweisung aus dem Kupferstichkabinett Berlin

Object Description

Der Dargestellte (1728-1795) stammte aus Brugg im Kanton Aargau, wo er seit 1752 den Posten eines Stadtphysikus bekleidete. Er unterhielt enge Beziehungen zum Pfarrer und Philosophen Johann Caspar Lavater und war erfolgreich als Schriftsteller tätig. Im Jahre 1768 beförderte man Zimmermann zum Leibarzt König Georgs III. von Großbritannien und Irland. An der kurfürstlichen Residenz Hannover unterhielt der Arzt eine rege Korrespondenz mit der russischen Zarin Katharina II., mit Johann Wolfgang von Goethe sowie Friedrich dem Großen, den er noch kurz vor dessen Tod im August 1786 in Sanssouci bei Potsdam behandelte. Der 1776 zum Hofrat avancierte Johann Georg Ritter von Zimmermann starb 1795 in Hannover.
Das Bild entstand vermutlich in der preußischen Residenzstadt, wo der an einer schweren Krankheit leidende von Zimmermann wegen einer notwendigen Operation weilte. Der Porträtierte war später der Meinung, dass dieses Gemälde seinen noch schlechten Gesundheitszustand dokumentiere.

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. Auf der Rückseite: Zimmermann v. A. Graff p. auf der Rückseite: AG (verbunden) raff pinx: / 1810. /

Last updated: 30.07.2026

Contact

Institution:

Gemäldegalerie

Additional items from the collections

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.