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Kapitell mit Tierornamentik

Ident. Nr.: AE 440

ObjID: obj:862442

Details (expert)

Date(s)
Datierung: um 1200
Material / Technique
Muschelkalkstein
Dimensions
Höhe: 27 cm
Breite: 32 cm
Tiefe: 27,5 cm
Acquisition
Inventarisiert 1917/18; Erwerbungsumstände unbekannt.

Object Description

Das stark verwitterte und bestoßene, figürliche Kapitell ist aus einem Stück mit der schrägen Kämpferplatte gearbeitet, deren längsrechteckiger, ausladender Grundriss durch die Beschädigungen im oberen Bereich der Schmalseiten reduziert wurde. Über einer dem Halsring entwachsenen dreiblättrigen Blüte stehen jeweils zwei gespiegelte Fabelwesen mit sich einander zuwendenden Vogelleibern. Die raubtier- oder drachenartigen Köpfe mit kleinen Ohren und geschlitzten Augen hingegen sind nach hinten gedreht, den Mäulern entspringt ein blütenartiger Feuerstrahl.
Das Kapitell hat ursprünglich zwei Arkaden getragen, die zu einem Fenster, einer Galerie oder zu einem Kreuzgang gehört haben. Dabei zeigte eine der Schmalseiten zum Kreuzgang bzw. Innenraum, die ursprüngliche Länge des Kämpfers entsprach der Stärke der darüber liegenden Mauer. Kämpferkapitelle dieser Größe und von einer im Kämpferbereich ähnlich gestreckten Gestalt finden sich in großer Zahl vom 11. bis ins 13. Jahrhundert. Zudem spricht der hohe Verwitterungsgrad für eine weitgehend ungeschützte Aufstellung, was bei allen genannten Verwendungsmöglichkeiten der Fall gewesen sein könnte. Aufgrund der schlichten, sich viermal wiederholenden Komposition ist die Platzierung an einer höher gelegenen Stelle, zum Beispiel an der Galerie eines Turms, vielleicht am wahrscheinlichsten.
Die starke Zerstörung und die relativ unspezifische Motivik erschweren eine genaue Zuordnung. Allein die Form des Kapitells, der Blattrankenfries und die Fabelwesen sprechen für eine spätromanische Entstehungszeit, das Material allgemein für den norddeutschen Raum. Der Verzicht auf verschlungene Kompositionen und differenzierte Plastizität erschwert eine präzisere Zuordnung etwa zum niederrheinischen Kunstkreis, in dem ähnliche Motive durchaus geläufig waren.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Last updated: 23.04.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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