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Virginia da Vezzo

Ident. Nr.: 896A

ObjID: obj:862670

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Simon Vouet (1590 - 1649),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1624/26
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Virginia da Vezzo
Translation: Virginia da Vezzo
Geographical references
Herstellungsort: Frankreich,
Land
Material / Technique
Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 60,8 x 50,8 cm
Acquisition
1873 Ankauf von dem Kunsthändler Tito Gagliardi, Florenz

Object Description

Der besondere Reiz dieses Werkes liegt zweifellos in seinem eigenwilligen, patchworkartigen Hintergrund. In diesem Zustand präsentiert sich das Gemälde jedoch erst seit einigen Jahrzehnten. Bei der Erwerbung des Bildes für die Berliner Galerie 1873 war die damals noch Unbekannte von einem grauen Fond umgeben. Nachdem das Bild im Januar 1978 an die Gemäldegalerie (West) zurückgekehrt war – seit 1905 hatte es sich als Leihgabe in der deutschen Botschaft in Konstantinopel (Istanbul) befunden – wurde die Übermalung des Hintergrunds abgenommen. Zum Vorschein kam ein zusammengefügtes ›Restauratorenkunstwerk‹. Dass hier keine fantasievolle Bilderfindung des Künstlers vorliegt, konnte 2010 zweifelsfrei nachgewiesen werden: Tatsächlich handelt es sich bei dem heute als Porträt ausgewiesenen Werk um das Fragment einer größeren Darstellung, das vermutlich im 19. Jahrhundert zu einem präsentationsfähigen Bildnis umgearbeitet wurde. Zu diesem Zweck ergänzte der unbekannte Restaurator den Ausschnitt mittels fünf bemalter Leinwandstücke zu einem hochrechteckigen Format, indem er alle Einzelteile auf einer Stützleinwand montierte und den Hintergrund einheitlich übermalte. Die obere Kante des Fragments verlief wahrscheinlich einmal parallel zum Rahmen, so dass der Kopf der Frau ursprünglich stärker nach links geneigt war. Während die keilförmige Partie in der rechten unteren Ecke und ein kleines Stück an ihrer rechten Schulter zum originalen Bildträger gehören, sind die übrigen drei Teile von unterschiedlicher Herkunft. Auffällig ist der ungleichmäßige Zuschnitt des Fragments. Dieser resultiert möglicherweise aus der Entfernung weiterer Personen, die sich dicht neben dem Kopf befunden hatten. Eventuell handelte es sich ursprünglich um eine Darstellung der Judith mit dem Kopf des Holofernes und ihrer Dienerin. Aufgrund der Gesichtszüge konnte die junge Frau als die Malerin Virginia da Vezzo identifiziert werden, die Vouet 1626 heiratete. Die heute wieder sichtbar belassenen Spuren der Zerteilung und collagenartigen Ergänzung geben einen Einblick in die sich wandelnden Vorstellungen von Ästhetik und Authentizität. │ Franziska May, in: Ausst.Kat. IN: COMPLETE 2022, Kat. 35, S. 99 

Last updated: 30.06.2026

Contact

Institution:

Gemäldegalerie

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