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Alter Mann mit Bart und Barett

Ident. Nr.: 828A

ObjID: obj:862781

Details (expert)

Creator/Entity
zugeschrieben: Rembrandt Harmensz van Rijn (1606 - 1669),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1645
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Alter Mann mit Bart und Barett
Translation: Old Man with Beard and Beret
Geographical references
Herstellungsort: Amsterdam,
Stadt
Material / Technique
Leinwand, beschnitten
Dimensions
Bildmaß: 110 x 82 cm
Acquisition
1874 Ankauf mit der Sammlung des Bankiers Barthold Suermondt, Aachen

Object Description

Das Gemälde zeigt das lebensgroße Kniestück eines im Lehnstuhl sitzenden, alten Mannes mit Barett und pelzgefüttertem Mantel. Der Alte ist dem Betrachter frontal zugekehrt und vor einem dunklen Hintergrund durch von oben links einfallendes Licht beleuchtet.
Der heutigen sichtbaren Darstellung ging eine abweichende erste Bildvariante voraus. Auf dieser Version trug der Alte statt des gefältelten Hemdes ein schlicht rotes Wams. Sein Bart war zunächst länger angelegt und seine Goldkette ursprünglich mit einem massiven, runden Anhänger ausgestattet und nach unten hin spitzer zulaufend. Verändert wurde auch die Haltung der linken, in das Revers greifenden Hand des Alten. Im Gegensatz zu dem heute sehr gleichmäßig durchgearbeiteten Hintergrund, war dieser in der ersten Bildversion wolkiger angelegt. Zudem war das Bildformat ursprünglich geringfügig größer. Mit Abschluss der Überarbeitungen der ersten Bildversion wurde auch die Signatur des Bildes (Rembrandt f 1645) verändert. Die letzte Ziffer der Jahreszahl wurde blockartig übermalt und korrigiert indem man eine „5“ auf den abdeckenden Farbauftrag setzte. Da es sich bei der darunterliegenden letzten Ziffer um eine „3“ handelte, dürfte die erste Bildversion demnach „1643“ datiert gewesen sein. Die Datierung der ersten Bildvariante in das Jahr 1643 ist sehr glaubhaft, da sich hierfür verschiedene motivische und maltechnische Bezüge dieser Zeit zu Werken von Rembrandt bzw. seiner Werkstatt finden lassen.
Das Bild galt seit seiner ersten nachvollziehbaren Erwähnung 1777 durchgehend als originales Werk Rembrandts. Mit dem Verweis von Host Gerson auf die seiner Ansicht nach „falsche Signatur“ des Gemäldes, blieb die Zuschreibung jedoch nicht mehr unangefochten. In der Folge wurde das Werk der Rembrandt-Schule zugeordnet. Aufgrund stilistischer und maltechnischer Analysen konnte Ernst van de Wetering das Bild schließlich erneut an Rembrandt zuschreiben. Auch die neuesten Untersuchungen zu dem Gemälde haben diese Zuschreibung bestätigt und die Signatur als authentisch identifiziert.

Die traditionelle Identifizierung des alten Mannes mit einem Rabbiner fand vermutlich erst im 18. Jahrhundert statt. Tatsächlich dürfte es sich hierbei jedoch um ein sogenanntes Tronie mit dem Figurentypus des greisen Gelehrten mit Barett, kostbarem, pelzgefütterten Mantel und Goldkette handeln, der insbesondere in den vierziger Jahren vielfach angefertigt und nachgefragt worden zu sein scheint. Hierzu würde auch die Beobachtung des in dem Bild so auffallend, unregelmäßigen Pinselduktus passen, der für einen Porträtauftrag ungewöhnlich unstrukturiert, für ein Tronie jedoch sehr passend wäre.



SIGNATUR / INSCHRIFTEN: Bezeichnet links unten: Rembrandt: f. 1645

Last updated: 03.07.2026

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Institution:

Gemäldegalerie

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Benati datiert das vorliegende Original in die späten siebziger bzw. frühen achtziger Jahre. Es gibt außer diesem Bild nur noch fünf vollwertige Genrebilder Passarottis, von denen drei Bilder (alle querformatig) dem vorliegenden stilistisch und ikonographisch engstens verwandt sind: "Zwei Fischverkäufer" und "Zwei Schlachter" in Rom, Galleria Nazionale d'Arte Antica (ehemals Slg. Messinger, München) und "Zwei Geflügelverkäuferinnen" (Florenz, Stiftung Longhi, ehemals Berlin, C. Benedict). Diese drei Bilder sind in einem Inventar der Slg. der Marchesi Mattei (Rom) von 1614 zusammen mit einem vierten aufgeführt, das zwei Geflügelverkäuferinnen mit einem Kind darstellt. Es läge nahe, das vorliegende Bild mit dem vierten Bild zu identifizieren, wenn nicht das andersartige Hochformat dagegen spräche. Die Verbindung von derber Drastik des Motivs, von zupackendem Realismus mit malerischer Kultur der Ausführung ist das Charakteristische dieses und der anderen Genrebilder Passarottis. 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