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Don Alonso Verdugo de Albornoz

Ident. Nr.: 404C

ObjID: obj:863921

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Francisco de Zurbarán (1598 - 1664),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1635
Additional titles
Collection title: Don Alonso Verdugo de Albornoz
Translation: Don Alonso Verdugo de Albornoz
Geographical references
Spanien,
Land
Material / Technique
Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 186,6 x 104,5 cm
Acquisition
1906 Ankauf aus der Sammlung Alfred Morrison, London

Object Description

Das „Bildnis des Don Alonso Verdugo de Albornoz" ist das einzige signierte Portrait Francisco de Zurbaráns. Die in kursiven Lettern ausgeführte Signatur folgt präzise dem Verlauf des Schlagschattens, den das linke Bein des Dargestellten am unteren rechten Bildrand auf den braunen Bühnenboden wirft. Es scheint, als habe der Maler diese Stelle bewusst gewählt, um auf die effektvolle Wirkung seiner auf kräftigen Hell-Dunkel-Kontrasten basierenden Malerei zu verweisen. Ein Stück weiter unten ist, diesmal in lateinischen Lettern, das Alter des Portraitierten notiert. Die Identifizierung des Jugendlichen, dessen Name im Gegensatz zu dem des Künstlers nicht explizit auf dem Gemälde erscheint, gelang 1928 durch das Familienwappen am oberen rechten Bildrand. Alonso Verdugo de Albornoz (1623–1695) stammte aus einer einflussreichen sevillanischen Adelsfamilie. Sein Vater, Alonso Verdugo de la Cueva y Sotomayor, war einer der sogenannten »veintecuatro« (Vierundzwanzig), der Mitglieder des Stadtrats von Sevilla. Sein Onkel, Kardinal Gil de Albornoz, war enger Vertrauter König Philipps IV. Kurz vor der Ausführung des Gemäldes hatte der damalige Erzbischof von Tarent und Gouverneur von Mailand seinen Neffen zum Kapitän der berittenen Garde seiner Leibwache ernannt. Auf eindrückliche Weise unterstreicht das Gemälde den würdevollen Rang des zu diesem Zeitpunkt erst Zwölfjährigen.
Breitbeinig, den Körper leicht zur Seite gewandt, steht der Portraitierte auf einer hölzernen Bühne. Den Blick ernst nach vorn gerichtet, umgreift er mit der linken Hand den Knauf seines in der Scheide steckenden Degens. In der an den Körper angelegten Rechten hält er einen Kommandostab. Über dem metallenen Brustpanzer hängt eine leuchtend rote Schärpe. Sie verdeckt teilweise das grüne Kreuz des Alcántaraordens, eines der einflussreichsten Militärorden Spaniens, in den der Dargestellte bereits im Alter von fünf Jahren aufgenommen worden war. Über weißen Strümpfen trägt er eine braune, mit kunstvoll geschnittenen Schlitzen verzierte Pluderhose. Die Füßchen stecken in schwarzen Lederschuhen, die wie die Kniebünde mit großen, korallenartigen Rosetten geschmückt sind. Der silbergraue Brustpanzer reflektiert das von links oben einfallende Licht, das der Maler dezidiert eingesetzt hat, um den zarten Körper effektvoll aus dem dunklen Hintergrund heraustreten zu lassen. Die ernste Pose, die die Autorität des Jugendlichen unterstreichen soll, kontrastiert mit seiner kindlichen Statur und den zarten Gesichtszügen, mit den großen runden Augen, den schmollenden Lippen, den runden Wangen und dem halblang auf die Schultern fallenden Haar. Einerseits entspricht die Darstellung der Ganzfigur in Dreiviertelansicht dem Typus des Repräsentationsportraits, wie es in dieser Zeit am spanischen Hof häufig anzutreffen ist; andererseits hat Zurbarán für das Bildnis dieselbe bühnenhafte Inszenierung gewählt, die auch für seine zahlreichen Heiligendarstellungen charakteristisch ist. Auf diesen lassen Schlaglichter die Figuren ebenfalls mit scharfen Licht- und Schatteneffekten plastisch aus den dunklen Hintergrundflächen hervortreten und vermitteln den Eindruck physischer Präsenz.
Das Portrait des Alonso de Verdugo de Albornoz entstand unmittelbar nach Zurbaráns Aufenthalt am Hof in Madrid. Dort hatte er ab Juni 1634 gemeinsam mit Velázquez und anderen Hofmalern an der Ausstattung des Thronsaals, des Salón de Reinos, im neu errichteten Buen-Retiro-Palast mitgewirkt und war von Philipp IV. in den Rang eines Hofmalers (»pintor del rey«) erhoben worden. Wie auch die für den königlichen Palast geschaffenen Gemälde – ein zehnteiliger Herkules-Zyklus sowie zwei Schlachtenbilder – stellt das Bildnis des Alonso Verdugo de Albornoz auf Grund seiner Thematik eine Ausnahme im ansonsten fast ausschließlich von religiösen Bildern geprägten Schaffen des Malers dar.|

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. rechts unten: fran dezur baran . f. Darunter: ÆTAS . 12 . A.os
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"The Portrait of Alonso Verdugo de Albornoz" is Francisco de Zurbarán’s only signed portrait. The signature, written in italic lettering, traces precisely the hard shadow cast by the subject’s left leg on the brown floor of the stage at the bottom right edge of the painting. It is as though the painter had deliberately chosen this place in order to draw the viewer’s attention to the powerful effect of the chiaroscuro contrasts on which the painting is based. A little further down, the age of the portrait’s subject is given in Roman lettering. The boy, whose name, unlike the artist’s, does not appear explicitly on the painting, was identified in 1928 through the family’s coat of arms depicted at the top right edge of the picture. Alonso Verdugo de Albornoz (1623–1695) came from an influential family of Sevillian aristocrats. His father, Alonso Verdugo de la Cueva y Sotomayor, was one of the "veinticuatro" (“twenty-four”), a member of the Seville city council. His uncle, Cardinal Gil de Albornoz, was a confidant of King Philip IV. Shortly before the painting was executed, the then Archbishop of Taranto and the Governor of Milan had appointed his nephew captain of his mounted bodyguard. The painting emphasises the noble rank of Albornoz, then only twelve years of age.
The subject is standing on a wooden stage with legs apart and his body turned slightly to the side. As he looks earnestly at the viewer, his left hand grasps the hilt of a sheathed sword. In his right hand and close to his body, he holds a baton. The bright red sash over the metal cuirass partly covers the green cross of the Alcántara order, one of the most influential military orders in Spain, to which Albornoz had already been admitted at the age of five. Over white stockings he wears brown pantaloons decorated with artfully cut slits. Like the fastenings at the knee, his black leather shoes are decorated with large coral-like rosettes. The silver-grey cuirass reflects the light falling from the top left, which the painter has deliberately used to highlight the delicate little body against the dark background. His serious pose, intended to underline the boy’s position of authority, contrasts with his childlike stature and delicate features – large round eyes, pouting lips, and rounded cheeks – and his half-length hair falling to his shoulders. In some ways the portrayal of the entire figure in three-quarter view corresponds to the type of stately portrait common at the Spanish court at the time; on the other hand, Zurbarán chose the same theatrical staging that characterises his many portraits of saints, which likewise use highlights and hard contrasts of light and shadow to sculpt the figures against the dark background and to convey the impression of physical presence.
Zurbarán painted the portrait of Alonso de Verdugo de Albornoz directly after a stay at the court of Madrid, where he worked with Velázquez and other court painters on the decoration of the throne room, the Salón de Reinos, in the newly built Buen Retiro palace from June 1634 onwards and was promoted by Philip IV to the rank of court painter ("pintor del rey"). Like the paintings made for the royal palace – a ten-part Hercules cycle and two battle pictures – the portrait of Alonso Verdugo de Albornoz is an exception in terms of subject matter among the otherwise almost exclusively religious paintings in Zurbarán’s oeuvre.|

Last updated: 09.09.2026

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Institution:

Gemäldegalerie

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Selbstbildnis

Selbstbildnis

Als eines von nur zwei sicher Tizian zugeschriebenen Selbstportraits (das zweite hängt in Madrid im Museo del Prado) gelangt das teils unvollendete Bild 1821 in die Berliner Gemäldegalerie. Es wurde vorher in der Casa Barbarigo zu Venedig aufbewahrt, vermutlich seit 1581, als Tizians Sohn, Pomponio Vecellio, das Haus mit dem gesamten Inventar an Cristoforo Barbarigo verkaufte. 1815 wurde das Selbstbildnis von Leopoldo Cicognara gekauft und unmittelbar danach an Edward Solly veräußert.Das Selbstbildnis zeigt den etwa 70-jährigen Maler im Profil. Er trägt einen pelzverbrämten ärmellosen Mantel und hat die rechte Hand auf den Tisch gelegt, während die linke Hand auf seinem Bein ruht. Über dem weißen Hemd sticht eine Goldkette hervor, die ein Zeichen der Erhebung Tizians in den Adelsstand durch Karl V. 1533 darstellt.Über die Datierung des Gemäldes wurde viel diskutiert. Die Entstehung wird jedoch aus stilistischen Gründen nicht früher als im ersten Teil der 1560er-Jahre – u. a. die Zeit, in der auch Die Verkündigung in San Salvador und Diana und Kallisto entstanden – eingestuft. Externe Belege in Betracht zu ziehen, scheint riskant und willkürlich. Hingewiesen wurde einerseits auf das für Paolo Giovio angefertigte Selbstbildnis, das der Intellektuelle für sein Museum in Como 1549 erwarb – Jaffé (2003, einem Vorschlag von Hope folgend) setzt daher eine Datierung um 1546/47 an – und andererseits auf den aufgrund eines Briefes von Pietro Aretino 1550 datierten Holzschnitt von Giovanni Britto. Jedoch wurde die Entstehung auch an der angeblich noch jugendlichen, kraftvollen Erscheinung des Malers festgemacht, was nur schwerlich plausibel erscheint. Außerdem wurde das Selbstbildnis als identisch mit dem von Vasari 1568 erwähnten Selbstporträt Tizians erklärt, das der Toskaner bei seinem Venedig-Besuch von 1566 bewundert hatte: »sein eigenes, vor vier Jahren von ihm vollendetes, ähnliches und sehr schönes Bild«. Dass Vasari das Selbstporträt als »vollendet« bezeichnet, scheint diese These nicht zu stützen, doch muss Vasaris Unzuverlässigkeit hierbei berücksichtigt werden.Falomir (2007–08) hält das unvollendete Gemälde für ein Andenken (»ricordo«) des an Giovio verkauften Werks: ein Abbild, auf dem nur das Gesicht vollendet war und das weitere Repliken ermöglicht hätte. Das Selbstbildnis entspricht stilistisch der Ausführung und der Technik der frühen 60er-Jahre: Pasten, schneller Pinselhieb und lichtüberströmte Bildflächen sind typische Charakteristika des alten Tizian. Er überarbeitete seine Werke und ging mit den Farben so oft darüber, dass sich die dabei aufgewandte Sorgfalt offenbart. Die Malerei erscheint damit sehr lebendig und leicht, sodass die Mühen des schöpferischen Prozesses verborgen bleiben. Der Prozess der Ausführung betrug mehrere Phasen, wie die Röntgenaufnahmen gezeigt haben, z. B. hatte Tizian sich am Anfang mit einer anderen Kopfdeckung und mit schärferen Gesichtszügen gemalt.Die kräftige Erscheinung Tizians im Berliner Selbstporträt geht mit einer starken Ausstrahlungskraft einher, was im Gegensatz zur Selbstcharakterisierung des Malers steht: Er schildert sich als stark introvertierte Persönlichkeit. Bemerkenswert ist außerdem, dass sich Tizian in seinem Selbstbildnis ohne irgendeinen Verweis zu seinem Beruf inszeniert (Leinwand, Pinsel, Palette …). Tizian präsentierte »die visuelle Übersetzung seines eigenen ›Mythos‹«, dem »er den einzigartigen Akzent eines lebenden menschlichen Dokuments zu verleihen verstand« (Falomir, 2007–08). Für seineSelbstporträts bevorzugt Tizian den Modus der Darstellung von Intellektuellen, wie etwa Raffaels Tommaso Inghirami. Sowohl Kleidung als auch Gesichtszüge erinnern laut Falomir (2007–08) deutlich an die von Danese Cattaneo gegossene Bronzebüste des Lazzaro Bonamico (um 1552/54). Roberto Contini | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019___________________________________________This partially unfinished self-portrait of Titian – one of only two authenticated self-portraits by this artist (the second hangs in the Museo del Prado in Madrid) – entered the Gemäldegalerie in Berlin in 1821. Prior to that, it was preserved in the Casa Barbarigo in Venice, presumably since 1581, when Titian’s son Pomponio Vecellio sold his house, together with its entire inventory, to Cristoforo Barbarigo. In 1815, it was purchased by Leopoldo Cicognara, and sold to Edward Solly almost immediately afterward.The self-portrait shows a man, approximately 70 years of age, in profile. He wears a fur-trimmed, armless cloak, and has laid his right hand on the table, while the left hand rests on his leg. Standing out against his white shirt is a gold chain, a token of Titian’s elevation by Charles V to the nobility in 1533.The dating of this painting has been much discussed. On stylistic grounds, however, it can hardly be dated earlier than the first half of the 1560s, a period when Titian produced, among other works, the Annunciation in San Salvador and Diana and Callisto. A reliance on external evidence seems risky and arbitrary. Referred to have been, on the one hand, the self-portrait executed for Paolo Giovio, which this intellectual purchased in 1549 for his museum in Como – on this basis, Jaffé (2003,following Hope’s point of view) dates the Berlin self-portraits to circa 1546/47– and on the other the woodcut by Giovanni Britto which has been dated to 1550 on the basis of a letter written by Pietro Aretino. The work has also been dated on the basis of the putatively still youthful, powerful appearance of the painter, which seems rather implausible. Moreover, the self-portrait has been declared identical with a Titian self-portrait mentioned by Vasari in 1568, which the Tuscan writer admired in 1566 during a visit to Venice: “His own portrait, finished four years ago, very like him, anda very beautiful picture.” That Vasari refers to the self-portrait as “finished” seems not to support this thesis, but account must be taken here of Vasari’s unreliability.Falomir (2007–08) regards the unfinished painting as a souvenir (“ricordo”) of the original, sold to Giovio: a likeness that is unfinished except for the face, and would have made further replicas possible. Stylistically, the self-portrait corresponds to the execution and technique of the early 1560s: impasto paint application, rapid brushwork, and light-flooded pictorial surfaces are characteristic of the older Titian. He reworked his paintings so often, adding additional paint layers that they revealthe diligence expended on them. 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Lustige Gesellschaft auf einer Terrasse

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Der aus Südtirol stammende, in den 1720er und 1730er Jahren an der Wiener Akademie ausgebildete und dort arbeitende Johann Georg Platzer orientierte sich an den Antwerpener Kleinmeistern des 17. Jahrhunderts sowie an der Pariser Malerei des 18. Jahrhunderts. Er schuf vorrangig Feinmalereien auf Kupfer, bei denen es sich häufig um beliebte Objekte für anspruchsvolle Kunstkammern handelte. Dazu muss auch das wohl in die Wiener Zeit zu datierende Berliner Gemälde gezählt werden. Es ist ein typisches Beispiel für Platzers in leuchtenden Farben mit feinem Pinsel auf dünner Grundierung ausgeführte Gesellschaftsstücke mit ihren dicht gefüllten Bildräumen.Eine heitere Gesellschaft bevölkert einen durch die Staffageearchitektur rechts und den Brunnen links begrenzten Garten. Links im Vordergrund reicht ein sitzender junger Kavalier  das eben gefüllte Weinglas der neben ihm stehenden Dame, die einen auffälligen, aus einem Blumenkranz, einer Feder und einem transparenten Schleier bestehenden Kopfputz trägt. Ein Knabe bietet dem Paar Früchte in einer reich verzierten Schale dar. Insbesondere die aufgeschnittene Melone verdeutlicht die darin enthaltene Einladung zum sinnlich erotischen Genuss. Hinter der Stuhllehne erhebt ein weiterer Mann scheinbar mahnend den Zeigefinger. Beobachtet wird dieses Geschehen von zwei im zentralen Bogen der Gartenarchitektur stehenden Männern.Frisuren und Kostüme sind nicht zeitgenössisch, sondern scheinen sich an solche der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts anzulehnen. Mit seinem Berliner Bild verweist Platzer auf Genrebilder mit musizierenden, tanzenden und trinkenden Paaren im Freien vor allem der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts (zum Beispiel Rubens' "Liebesgarten" im Prado, Madrid). Mit diesem in seinem Werk regelmäßig auftretenden inhaltlichen und formalen Rückbezug auf eine frühere Blütezeit der Malerei apelliert der Künstler an den Geschmack einer Sammlerschicht, die mit der Bildsprache dieser Vorbilder vertraut war.In Format und Bildaufbau offenbart das Berliner Bild enge Verwandtschaft zu den ebenfalls in die Wiener Zeit zu rechnenden Pendants "Allegorie des Gehörs" und "Allegorie des Geschmacks" (Graz, Alte Galerie am Landesmusem Joanneum). Zudem ähneln Kleid und Kopfputz der Frauenfigur jenen einer ebenfalls in Graz bewahrten "Tamburinschlägerin mit Flöte spielendem Kavalier". Krapf (2014) ordnet die angeführten Werke innerhalb Platzers Werk in die Gruppe der frühen Konversationsstücke ein.