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Mariä Entschlafung

Ident. Nr.: 1043

ObjID: obj:864030

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Meister des San Niccolò-Altares (14. Jahrhundert),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1380
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Mariä Entschlafung
Translation: Entombment of Mary
Geographical references
Herstellungsort: Italien,
Land
Material / Technique
Pappelholz
Dimensions
Bildmaß: 14,5 x 60,5 cm ohne Leiste
Acquisition
1821 Ankauf aus der Sammlung des Kaufmanns Edward Solly, Berlin

Object Description

Mit der Grablegung Mariens endet das irdische Leben der Jungfrau Maria, deren lebloser Körper hier von den trauernden Aposteln Jesu und begleitet von Engeln zu Grabe getragen wird. Genaugenommen ist dies kein wirklicher Tod, denn Mariens Seele wird in Gestalt eines Kindes (animula) von Jesus Christus in den Himmel gebracht: Dieses Ereignis ist hier im Zentrum des Bildes hinter dem Grab dargestellt. 
Im Sommer 1819 wurde das Werk als byzantinisch oder altitalienisch im »Zweiten Florentinischen Zimmer« der Sammlung Solly geführt. Der Eintrag in das 1823 von Aloys Hirt nach dem Erwerb für das künftige Berliner Museum erstellte Inventar findet deutlich rühmendere Worte, denn hier erscheint die kleine Tafel als ein Werk des herausragenden Meisters der italienischen Malerei des späten 13. und frühen 14. Jahrhunderts: Giotto. In Dantes Göttlicher Komödie (die noch zu Lebzeiten des Malers geschrieben wurde), in Giorgio Vasaris Vite (den 1550 und 1568 veröffentlichten Lebensbeschreibungen der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Architekten) und bei vielen weiteren Autoren galt Giotto als Vater der italienischen Malerei. Viele Kunsthistoriker schrieben ihm daher zahlreiche Werke mit Goldgrund zu, auf denen das Bemühen um eine gewisse Raumwirkung zu erkennen war. Auf unserer Tafel wird das Grab der Jungfrau Maria tatsächlich perspektivisch dargestellt, auch wenn die räumliche Verkürzung nur in Ansätzen erfolgt. 

Bereits 1830 relativierte Gustav Friedrich Waagen das Urteil von Hirt; er schrieb die Tafel der »Schule von Giotto« zu und integrierte sie in die Studiengalerie, die nur auf Anfrage zugänglich war und in der Werke mehr wegen ihrer historischen als ästhetischen Bedeutung präsentiert wurden. 1884 gab man die Verbindung zu Giotto vollständig auf und sah die Tafel nicht mehr als bedeutsam genug an, um in der Berliner Galerie zu verbleiben: Wilhelm Bode schickte sie an die Kunstsammlung der Universität Göttingen, wo sie bis 1975 blieb. In der Folge zeichnete Bode für den Erwerb einer anderen Grablegung Mariae für die Gemäldegalerie verantwortlich, die tatsächlich von Giotto gemalt war – für den Lettner der Florentiner Kirche Ognissanti. Im Vergleich zu Giottos Werk fehlen unserem Bild die starke Raumwirkung und die Dramatik. Es wird heute einem Schüler von Andrea Orcagna zugeschrieben, der Meister des San Niccolò-Altares genannt wird, da er ein Triptychon in der Sakristei der Florentiner Kirche San Niccolò Oltrarno gemalt hat. Das langgestreckte Format der Tafel lässt vermuten, dass es der untere Teil, die Predella, eines tragbaren Altares war und möglicherweise als Reliquienschrein genutzt wurde.

Last updated: 25.09.2026

Contact

Institution:

Gemäldegalerie

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She is wringing her hands in sorrow as she looks sadly across to her son. John, who has wrapped himself tightly in his red cloak, is squatting beside herleaning his sad face on his left hand in the well-known gesture of melancholy. The rocky landscape in the background contrasts with the grassy meadow surrounding the protagonists. Below a tree-lined hill on the far left, the cave sepulchre intended for Christ containing a reddish stone sarcophagus opens up, while on the right the many towers of the walled and moated city of Jerusalem point skywards. The round Temple of Solomon can be seen in the middle. The last of those who attended the crucifixion is returning through the city gate. He has thrown a bluish cloth over his shoulder, probably the Seamless Robe of Christ. In artistic terms, the small panel is extremely subtle and poetic. 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Wladislaw IV. (1595-1648) von Polen / Allegorische Darstellung der Tugend

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Der dargestellte Wladislaw IV. (1595 – 1648) war seit 1632 König von Polen. Auf seinem reich dekorierten Wams ist eine Kette erkennbar, die ihn als Ritter des Ordens vom Goldenen Vließ kennzeichnet, dem er seit 1615 angehörte. Er trägt ein violettes Käppchen. Auffällig an der Frisur Wladislaws IV. ist ein dünner Zopf, der auf die linke Schulter fällt und dessen Ende von einer breiten Schleife zusammengehalten wird. Er war in zweiter Ehe mit Louise – Marie, Prinzessin von Gonzaga, Mantua, Montferrat und Nevers („Fille de France“, d.h. Prinzessin von Geblüht) vermählt. Die Trauung fand in Abwesenheit des Bräutigams im Jahre 1645 in der Kathedrale St. Denis statt. Dabei wurde der polnische König durch den Woiwoden von Posen, Christoph Graf Bnin Opalinski vertreten. Mehrmonatige Feierlichkeiten zogen Viele nach Paris, so auch den gefragten Genfer Miniaturmaler Paul Prieur (Um 1620 - 1682/83). Der umtriebige Hugenotte schuf dort zu dieser Zeit auch die Berliner Miniatur. Es wird sich dabei um ein diplomatisches Geschenk des polnischen Königs an den Großen Kurfürsten (Friedrich Wilhelm von Brandenburg) gehandelt haben, der im Jahre 1640 Wladislaw IV. den Lehnseid als Herzog von Preußen leistete und 1646 aus Anlass des Einzugs der aus Paris kommenden polnischen Königin Louise-Marie in Danzig anwesend war. Auf dem Contreémail der Miniatur ist in der Mitte ein von der Sonne gekrönter Obelisk auf vier Kugeln auf einem Postament geschildert. Traditionell als „Gloria dei principe“ (Ruhm des Prinzen) lesbar. Dem gesellt sich die Umschrift HONOR VIRTVTIS PRAEMIVM (Ehre ist der Lohn der Tugend). Die vorzügliche, auf einem Bildträger aus Gold gearbeitet, Berliner Emailminiatur eröffnet die Reihe von Paul Prieurs datierten Arbeiten. SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. auf der Rückseite: HONOR VIRTVTIS PRAEMIVM (umlaufend); unten: prieur Fecit / 1645