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Venus und Amoretten in einer Landschaft

Ident. Nr.: 350

ObjID: obj:864298

Details (expert)

Creator/Entity
ungesichert: Battista Dossi (1474 - 1548),
Maler*in
frühere Zuschreibung: Lavinia Fontana (26.8.1552 - 11.8.1614),
Maler*in
frühere Zuschreibung: Giulio Romano (1492 - 1.11.1546),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1546/48
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Venus und Amoretten in einer Landschaft
Translation: Venus and Cupids in a Landscape
Geographical references
Herstellungsort: Italien,
Land
Material / Technique
Pappelholz
Dimensions
Bildmaß: 65 x 47 cm prüfen
Acquisition
1815 Ankauf mit der Sammlung der italienischen Adelsfamilie Giustiniani

Object Description

Dank Berenson (1932; 1936) wurde das Gemaldetäfelchen Venus und Amoretten in einer Landschaft dem jüngeren der Dossi-Bruder zugeschrieben. Im Inventar von Vincenzo Giustiniani aus dem Jahr 1638 lief es unter "scuola di Venecia", venezianische Schule; im Giustiniani-Inventar von 1792 wurde es als Werk Parmigianinos erwähnt. Danach folgten Zuschreibungen an Giulio Romano und sogar an Lavinia Fontana. Mauro Lucco (in: Ballarin 1994-95; 1998) schlug einen anderen Autor vor: Battista Dossi. Dieser hatte, kurz vor seinem Tod, für die Este-Familie eine Serie von vier Bildern gemalt, darunter eine Kleopatra, die 1546 für Alfonso d'Este, Sohn Laura Diantis, entstand, des Weiteren einen Heiligen Hieronymus und eine Fortuna. Das vierte könnte vielleicht das hier besprochene Bild sein. Die Übereinstimmungen des Giustiniani-Gemäldes mit einer Beschreibung in einem Zahlungsbeleg der Este sind verführerisch, wenn auch nicht ganz stimmig: „una Vener con sei putini cioè amor fato da giuro oltra mar". Allerdings befinden sich auf dem Gemälde sieben und nicht sechs Putti. Doch sowohl die Landschaft im Hintergrund als auch die Stofflagen, auf denen eine der Amoretten ruht, enthalten tatsächlich Ultramarinblau ("giuro [= azzurro] oltra mar") und entsprechen somit der Farbgebung des Gemäldes aus der Beschreibung. Die unsichere Bildzuschreibung und der Qualitätsmangel in der Ausführung lassen eher an eine Werksrattarbeit denken (Lucco, in: Rom/Berlin 2001). 
Das Berliner Gemälde ist typisch für die sogenannte ferraresische ,Märchenrenais-sance', eine Vorliebe für traumhafte, mythologische Erzählungen, die bis ins folgende Jahrhundert überlebte. (…)
Wer auch immer der Autor dieses Täfelchens gewesen sein mag, das Werk dokumentiert eine malerische Tradition, eine ferraresische Stillinie, die sich seit den Dossi-Brüdern feststellen lässt. Sollte das Gemälde der Palette des Battista Dossi entsprungen sein (wenn man etwa an die Poeten und Philosophen der Antike denkt, die Battista mit seinem Bruder Dosso 1531-32 in Trient für das Castello del Buonconsiglio schuf, besonders an den Philosophen, dessen Armhaltung sehr an die der Venus erinnert), so wäre es um 1548 entstanden, zu einer Zeit, in der Bastianino so gut wie volljährig war und seine malerische Ausbildung gerade an solchen Vorbildern erprobte.
Roberto Contini, in: Ausst.Kat. Bastianino. Das Lebende Kreuz von Ferrara, Berlin 2021, Kat. 5, S. 104-106.

Last updated: 18.12.2025

Contact

Institution:

Gemäldegalerie

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