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Doppelkapitell mit Drachen

Ident. Nr.: AE 515

ObjID: obj:864481

Details (expert)

Dating
Datierung: 1170-80
Geographical references
Köln,
Stadt
Material / Technique
Kalksandstein
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: Kapitell: 23,5 x 47 x 30 cm

Object Description

Es handelt sich um ein figürliches, kelchblockförmiges Doppelkapitell mit ineinander übergehenden, gerundeten Halsringen und einer einheitlichen Deckplatte, die von einem Kästchenfries mit Bohrungen geschmückt wird, der sich auch über die insgesamt sechs erhaben gearbeiteten Abakusknäufe hinweg erstreckt. An den Längsseiten befinden sich spiralenförmig eingedrehte Ranken, die in der Mitte, zwischen den beiden Kapitellkörpern, von einer Manschette gehalten werden. Die Ranken wachsen aus den Hinterleibern von vogelartigen Drachen, die jeweils an den vier Ecken kopfüber nach unten stürzen und in den gedrehten Halsring beißen. Das Kapitellstammt wohl aus dem ehemals westlich der Kollegiatsstiftskirche St. Gereon vorgelagerten Kreuzgang, der in mehreren Abschnitten in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet wurde. Sowohl für die Rekonstruktion seiner Gestalt als auch der ursprünglichen Platzierung des Kapitells gibt es Anhaltspunkte.
Die Zugehörigkeit des Berliner Kapitells zu den anderen aus St. Gereon in Köln sichern Format, Material und Motive; für alle genannten Motive sowie für die Form des Kapitells mit relativ hohem Block und flachem Kelch finden sich zahlreiche Parallelen in der niederrheinischen Bauskulptur um 1170/80, die sich indirekt auf nordfranzösische Vorbilder der Jahrhundertmitte zurückführen lassen. Die Datierung um 1170/80 ist daher in der Forschung auch wenig umstritten. Zwei markante Motive des Berliner Kapitells, die stürzenden, in den Halsring beißenden Drachen und die diamantierte Manschette, mit der die Ranken gebündelt werden, erscheinen auch auf zwei Kapitellen aus dem Kreuzgang des Klosters Knechtsteden (ehem. Neuß, Clemens-Sels-Museum, vgl. AE 514), die wenig früher oder zugleich von einem vielleicht französisch geprägten Atelier ausgeführt wurden. Das Drachenmotiv findet sich aber auch mehrfach an St. Andreas in Köln, so in der Vorhalle, im nördlichen Seitenschiff und Querhaus.

(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)

Last updated: 06.02.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Heiliger Nikolaus

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