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Dünenlandschaft im Mondschein

Ident. Nr.: 853B

ObjID: obj:864888

Details (expert)

Involved
Ausführung: Adriaen Brouwer (1603/05 - 1638),
Maler*in
Dating
Ausführung: 1637/38
Additional titles
Collection title: Dünenlandschaft im Mondschein
Translation: Dune Landscape in Moonlight
Geographical references
Flandern,
Region
Material / Technique
Eichenholz
Dimensions
Bildmaß: 25,8 x 34,8 cm

Object Description

Auf der kleinen Bildfläche wird ein schlichter Landschaftsausschnitt eingefangen. Sandige Dünen steigen sanft nach rechts oben an, auf der Höhe stehen zerzauste Laubbäume, unter deren Schirm sich eine armselige, vom Bildrand angeschnittene Kate mit steilem Dach duckt. Links im Mittelgrund ist ein von dichtem Baum- und Strauchwerk umstandenes Bauensemble erkennbar, aus dem ein runder Kirchturm aufragt.
Dazwischen führt der Blick auf das Meer und den Himmel. Der über dem Horizont aufsteigende Vollmond, als gelbe, pastos gemalte Scheibe vor einer dunklen Wolkenschlucht platziert, sendet sein gleißendes Licht über die stille Wasserfläche. Es hellt den Himmel in Fetzen auf und beleuchtet die wellenartigen Dünenkämme. Aus der Ferne nähern sich Segelboote dem Strand. Durch die Einbindung anekdotischer Details wird ein Gefühl menschlich warmer Behaustheit im Natürlichen vermittelt, wobei die Figuren nur flüchtig charakterisiert erscheinen. Allein die Landschaft und das Licht transportieren die Stimmung.
Die Malweise ist locker, die Pinselstriche breit, zuweilen tupfend oder grob streifig, die Farben werden wechselweise dünn und pastos auf den weißen Kreidegrund oder die braune Untermalung aufgetragen. Im Bereich von Himmel und Wasser schimmert der weiße Grund durch, alle anderen Töne wie das Blaugrün der Bäume oder das rötliche Gelb des Dünensandes werden vom Braun der Untermalung vertieft und gebrochen.

Adriaen Brouwer hat in seinem kurzen Leben in nur zwölf Schaffensjahren vor allem mit kleinformatigen Genreszenen aus dem bäuerlichen
Milieu Ruhm und Ansehen erworben. Geboren im flandrischen Oudenaarde, zog es ihn nach Holland. Man schätzte seine malerische Fähigkeit ebenso wie sein Talent, Situationen, Charaktere und Verhaltensweisen treffsicher zu beobachten. Brouwer setzte mit seinen bäuerlichen Szenen die künstlerische Tradition von Malern wie Jan Brueghel, Pieter Brueghel d. J. oder David Vinckeboons fort und bediente ein in seiner Zeit vorherrschendes Interesse der Städter an ländlich-natürlichem Leben. 1631/32 kehrte er aus Holland zurück nach Flandern, wo er 1638 völlig verarmt in der Kunstmetropole Antwerpen verstarb. Hier hatte er die höchste Wertschätzung seines großen Malerkollegen Rubens erlangt, der eine Anzahl von Brouwers Werken erwarb.
Insgesamt sechzehn Arbeiten Brouwers befanden sich in Rubens Kunstsammlung, darunter auch »een Landschap bij Manschijn«, bei dem es sich um das hier beschriebene Bildchen gehandelt haben könnte. Brouwers Ruf als »Bauernmaler« stand so fest, dass man ihn erst spät auch als bedeutenden Landschaftsmaler erkannte. Er hat seine Werke selten signiert und nie datiert. Heute weiß man, dass die wenigen, inzwischen hoch geschätzten Landschaften Brouwers erst in seinen letzten Lebensjahren entstanden sind. Irene Geismeier | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019

SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. unten: A B (verbunden)
__________________________________________________________________

The small painting shows a very simple section of a landscape. Sandy dunes gently rise to the right; wind-blown trees stand on the crest. Under the boughs crouches a shabby cottage with a steep roof, cut off by the right edge of the painting. In the left middle ground we see a group of buildings, surrounded by thick bushes and trees; a church spire towers up from the centre. Between the trees and the buildings, the viewer’s gaze is drawn to the sea and the sky. The full moon rising above the horizon, painted as an impasto yellow disk in front of a dark abyss of clouds, sends its bright, gelid light across the surface of the water. It illuminates ragged sections of the sky and reflects off the wave-like crests of the dunes. In the distance, a sailing boat can be seen approaching the shore. The inclusion of anecdotal details creates a sense of a cosy, human shelter in a natural setting, although the figures are only roughly sketched. The mood of the picture is transported solely by the landscape and the light. The style is loose, with wide brushstrokes and the paint applied in splashes or rough stripes. The colours are alternately applied thinly or impasto on a white chalky background or a brown background. The white background shimmers through the sky and the water; all other colours such as the blue-green of trees or the reddish-yellow of the sand of the dunes appear deeper and are broken by the brown background.

In his short life, with only twelve active years, Adriaen Brouwer achieved considerable fame and renown for his small-format genre scenes with peasants or rural settings. Born in Oudenaarde in Flanders, the artist moved to the Dutch Republic. He was highly respected for his artistic skill and his keen observations of situations, characters and behaviour. Brouwer’s paintings of farmers and rural scenes continued the artistic tradition established by painters such as Jan Brueghel, Pieter Brueghel the Younger and David Vinckeboons, and it served the contemporary interest of city dwellers in a natural, rural lifestyle. In 1631/32, he left the Dutch Republic and returned to Flanders, where in 1638 he died in complete poverty in city of Antwerp.

Here, in the capital of the arts, he had attained the very highest respect from his colleague Rubens, who purchased a number of Brouwer’s paintings. There were 16 of Brouwer’s works in Rubens’ art collection, including “een Landschap bij Manschijn”, which could possibly be the painting described here. Brouwer’s reputation as the “peasant painter” was so firm that it was not until very much later that he was recognised as an influential landscape painter. He seldom signed his works and never dated them. We now know that the handful of landscapes that Brouwer painted, which are now greatly acclaimed for their intensity, were produced in his final years. Irene Geismeier | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Last updated: 03.07.2026

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Institution:

Gemäldegalerie

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