Logo

Selbstbildnis

Ident. Nr.: 1488

ObjID: obj:866041

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Nicolas Poussin (1594 - 1665),
Maler*in
Date(s)
Ausführung: 1649
Systematics/Type
Additional titles
Collection title: Selbstbildnis
Translation: Self-Portrait
Geographical references
Herstellungsort: Frankreich,
Land
Material / Technique
Leinwand
Dimensions
Bildmaß: 78,7 x 64,8 cm
Acquisition
1821 Ankauf mit der Sammlung des Kaufmanns Edward Solly, Berlin

Object Description

Der bei Les Andelys in der Normandie geborene Maler lebte quasi seit 1624 in Rom. Einzig die Jahre 1640 bis 1642 führten ihn ein letztes Mal glücklos in seine französische Heimat – nach Paris. In der Ewigen Stadt dagegen zollte man ihm große Anerkennung. Poussin gehörte auf Empfehlung des Poeten Giovanni Battista Marino seit 1626 zur Klientel des kunstliebenden Kardinals Francesco Barberini. Vom Jahre 1632 an unterhielt Poussin ein Atelier in der Via Paolina. Der Künstler schildert sich mit einem Malkreidehalter und einem Skizzenbuch, was seine Vorliebe für die strenge Bildzeichnung betont. In diesem Sinne fühlte sich Poussin den besten Kunstleistungen von Antike und italienischer Hochrenaissance verbunden. Er bevorzugte das gedämpfte Lokalkolorit. Ohne sonderliche Tiefenräumlichkeit ist das Bildnis von einem gemalten Relief (trompe l’oeil) hinterfangen. Es zeigt Putti mit einem Lorbeerfeston, die möglicherweise als allegorische Darstellungen der Kinder der Nacht, Tod (Thanatos) und Schlaf (Hypnos), zu denken sind. Die durch hintergründige Melancholie be stimmte Komposition erinnert an ein Epitaph. Arbeiten des mit dem Maler befreundeten flämischen Bildhauers François Duquesnoy scheinen hier als Anregung gedient zu haben. Aber auch römisch-kaiserzeitliche Sarkophagreliefs beeindruckten Poussin. Eine kurze biographische Inschrift informiert unter anderem darüber, daß er seit 1633 Senator der Kunstakademie seiner römischen Wahlheimat sowie seit 1639 Hofmaler des bourbonischen Königshauses war. Sie ist von fremder Hand nachgetragen worden, kurz bevor Jean Pesne spätestens 1660 das Gemälde in einem Kupferstich dokumentierte. Er beweist, daß das Berliner Bildnis später an seinem oberen Rand um einige Zentimeter beschnitten wurde. Die Buchrückenbeschriftung »DE LVMINE ET COLORE« erfolgte gleichfalls zwischen 1649 und 1660 außerhalb von Poussins Atelier. Sie ist deshalb bei der Restaurierung des Gemäldes im Jahre 1993 (reversibel) übermalt worden. Obgleich der Klassizist Nicolas Poussin die Porträtmalerei äußerst distanziert betrachtete – die Ursache mag in der biologischen und motorischen Wandlungsfähigkeit des menschlichen Antlitzes gesucht werden –, entsprach er dem Wunsch seines Pariser Freundes, Paul Fréart de Chantelou, nach einem Selbstbildnis. Er war jedoch anfänglich mit der ersten (Berliner) Fassung unzufrieden. Im Juni 1649 versprach er dem Auftraggeber ein neues Porträt. Diese zweite Fassung wurde 1650 fertiggestellt und befindet sich heute im Louvre. Offensichtlich hatte Poussin inzwischen die erste Fassung überarbeitet, so daß er sie bedenkenlos dem Pariser Bankier und Seidenfabrikanten Jean Pointel überlassen konnte, wie man einem Brief an Chantelou vom 29. Mai 1650 entnehmen kann. Das in Rom entstandene Selbstbildnis kaufte im Jahre 1821 der preußische König Friedrich Wilhelm III. für die geplante Berliner Gemäldegalerie. Rainer Michaelis | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2019

SIGNATUR / INSCHRIFT: Spätere, nicht eigenhändige Inschrift im gemalten Relief des Hintergrundes:
NICOLAVS POVSSINVS ANDELYENSIS ACADEMICVS ROMANVS PRIMVS / PICTOR ORDINARIVS LVDOVICI IVSTI REGIS GALLIÆ. ANNO Domini / 1649.Roma. / ÆTATIS SVÆ. 55
DE LVMINE ET COLORE
__________________________________

A native of Les Andelys in Normandy, Poussin lived almost exclusively in Rome after 1624. Only once, in the years 1640 to 1642, did he travel one last time, albeit unhappily, to his French homeland – to Paris. In the Eternal city, in contrast, he was accorded great recognition. At the recommendation of the poet Giovanni Battista Marino, Poussin was patronized beginning in 1626 by the art loving Cardinal Francesco Barberini. Beginning in 1632, Poussin maintained a studio on the Via Paolina.

The artist depicts himself with a crayon holder and a sketchbook, elements that emphasise his predilection for rigorous figure drawing. In this regard, Poussin felt an strong affinity for the highest artistic performances of antiquity and the Italian High Renaissance.


In this portrait, Poussin favours muted local colours. In the absence of pronounced pictorial depth, the portrait is backed by a painted trompe-l’oeil relief. It shows putti with a laurel festoon, and is interpretable, conceivably, as an allegorical depiction of the children of Night, Death (Thanatos), and Sleep (Hypnos). The composition, characterised by a subtle melancholy, is reminiscent of an epitaph. Here, works by the Flemish sculptor François Duquesnoy, a friend of the artist, seem to have served as a stimulus. But Poussin seems to have been impressed as well by Roman Imperial era sarcophagi reliefs. A brief biographical inscription informs us among other things of the fact that he has served as a senator of the art academy of his elected home of Rome since 1633, and has been a court painter of the Bourbon royal house since 1639. It was added by a foreign hand shortly before the painting was documented by an engraving, at the latest in 1660. The engraving informs us that the Berlin picture was later cut down along its upper edge by a few centimetres. The inscription on the spine of the book, which reads “DE LVMINE ET COLORE”, was also added subsequently, between 1649 and 1660, presumably outside of Poussin’s studio. For this reason, it was masked (reversibly) when the painting was restored in 1993.

Although the classicist Nicolas Poussin regarded portrait painting with extreme detachment (the origin of this attitude may perhaps be sought in the biological and motoric mutability of the human face), he nonetheless complied with the desire of his Parisian friend Paul Fréart de Chantelou for a self-portrait. Poussin was however dissatisfied with the first (Berlin) version. In June of 1649, he promised his client a new portrait. The second version was completed in 1650, and is found today in the Louvre. Evidently, however, he had meanwhile reworked the first version, so that he was able to surrender it without reservations to the Parisian banker and silk manufacturer Jean Pointel, as we read in a letter addressed to Chantelou and dated 29 May 1650. The self-portrait, produced in Rome, was purchased in 1821 by the Prussian King Frederick William III for the planned Gemäldegalerie in Berlin. Rainer Michaelis | 200 Masterpieces of European Painting - Gemäldegalerie Berlin, 2019

Last updated: 02.10.2026

Contact

Institution:

Gemäldegalerie

Additional items from the collections

Stillleben mit toten Vögeln

Stillleben mit toten Vögeln

Auf einer vom Bildrand angeschnittenen Tischplatte sind mehrere tote Vögel arrangiert: Ein Rebhuhn liegt kopfüber auf einem Holzeimer mit Bügel im Hintergrund, die Krallen nach links ausgestreckt. Bei dem auf einen Zweig gespießten Vogel in der Mitte handelt es sich vermutlich um eine Drosselart. Es war üblich, Drosseln mit leimbestrichenen Zweigen zu fangen. Links vorne liegt ein großer Buntspecht, rechts daneben ein Wiedehopf. Als Autor des kleinen ovalen Gemäldes vermutete man früher den Leidener Maler und Zeichner Philips Angel, den Verfasser des bedeutenden Traktats „Het Lof der Schilderkonst“ („Lob der Malerei“). Tatsächlich stammt das Berliner Bild jedoch von der Hand seines Großcousins, des gleichnamigen Middelburger Stilllebenspezialisten und Radierers.| Britta BodeSIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. unten: P Angel 1650_______________________________________________________________________________________________________________________________________On a table, cut into by the edge of the painting, several dead birds are arranged in different poses. A partridge lies upside-down on a wooden basket with a hanger in the background, claws stretched out to the left. Corresponding with the capturing technique of the time, the thrush is skewered up with a glue covered twig. In the front, left, lies a woodpecker, right next to it a Eurasian hoopoe. This hand-palm sized oval has been formerly attributed as one of the lesser known works of Leidener painter and draughtsman Philips Angel. Angel was the author of the important treatise „Het Lof der Schilderkonst“ („Praise to art”). The Berlin painting, however, has been attributed to his great-cousin, a Middelburg still-life specialist and etcher by the same name.| Britta Bode

Ruhe auf der Flucht nach Ägypten

Ruhe auf der Flucht nach Ägypten

An einem rasenbedeckten Hang ruht die Heilige Familie. Maria sitzt am Rain eines rechts vorbeiführenden Weges, das Kind in ihrem Schoß. Dahinter steht Joseph, den Hut in der Hand, und stützt sich auf seinen Stab. Drei prächtig gekleidete Engel in der Mitte singen und flöten. Einer der fünf nackten Engelputten hört ihnen zu, ein anderer schläft, den Kopf auf einem bemoosten Klotz hinten bei der Quelle. Dort schöpft ein anderer Wasser in eine seitlich geöffnete Pilgerflasche. Ein Engel bringt dem Christkind blühende und fruchttragende Erdbeerstauden, ein anderer einen flatternden Vogel, einen Papagei. Vielerlei Pflanzen, darunter Himmelsschlüssel, Distel, Akelei und Erdrauch, geben dem Ort den Anschein eines blühenden Gartens. Die Szene wird nach hinten abgeschlossen durch den aufsteigenden Hang links, auf dem um die frische Fichte herum grüne und dürre Bäume stehen, durch die altersgraue Tanne in der Mitte und durch die Birke rechts im Bild. Im Hintergrund erblickt man Berge und Gebirgszüge. Die Darstellung des Geschehens ist ungewöhnlich und mit zahlreichen legendären und symbolischen Anspielungen durchflochten. Der blühende Garten im Vordergrund, von der Bergwelt hinten abgeschlossen, ist als ein Platz der Freude und des Geborgenseins zu verstehen. Mehrere Pflanzen findet man da, die auf Maria und Christus oder auf mit ihnen verbundene Ereignisse anspielen. Die Erdbeere gilt als eine Frucht des Paradieses. Die Akelei wie auch der Himmelsschlüssel sind Pflanzen, die sinnbildhaft auf Maria und Christus und auf die Passion hindeuten. Auch die Distel, als eine dornentragende Pflanze, erinnert an die Dornenkrone und das Leiden Christi. So mischt sich in das Bild der Freude auch der Hinweis auf die kommende Leidenszeit. Die Quelle, die aus dem Hang sprudelt, entsprang nach der Legende auf ein Wort des Christuskindes, um die ermüdeten Reisenden zu erquicken. Sie verwandelte zugleich den wüsten Platz in einen Garten. Auch die musizierenden und spielenden Engel gehören in diesen Zusammenhang. Durch die symbolische Ausdeutung der Umgebung und die Erscheinung der Engel wächst dem Ort die Qualität eines Paradiesgartens zu. Der Ort der Ruhe auf der Flucht ist zugleich ein Ort himmlischer Freuden. Graphische Vorlagen Dürers wie die Heilige Familie mit den Hasen von 1496/97 haben anscheinend die Bildgestalt Cranachs mit bestimmt. Einige Motive der Darstellung sind dort vorgebildet. Cranach hat später, 1509, die Komposition in Holzschnitten noch einmal verarbeitet. Eine ziemlich getreue Kopie des Gemäldes wird in Wien verwahrt. Ihre Existenz deutet darauf hin, daß unser Gemälde von Cranach noch vor seiner Abreise aus Wien gemalt wurde. Das Gemälde ist das erste von Cranach signierte und datierte Werk. Die Rekonstruktion und Sicherung der Malerei Cranachs vor seiner Wittenberger Zeit wäre ohne die Kenntnis dieses Bildes kaum möglich gewesen. Lange Zeit war es nur durch Beschreibungen, aber kaum durch Anschauung bekannt. 1892 wurde es auf einer Ausstellung in München erstmals gezeigt. Dieses Ereignis bestimmte die Forschung über Cranachs Frühzeit wesentlich mit. Das Gemälde ist eines der frischesten und künstlerisch bedeutendsten Werke Cranachs überhaupt. Wilhelm H. Köhler | 200 Meisterwerke der europäischen Malerei – Gemäldegalerie Berlin, 2019SIGNATUR / INSCHRIFT: am unteren Rand: Monogramm LC (auf einem Zettel) und Datum 1504___________________________________________________________________________________________The Holy Family is resting on a grassy slope. Mary sits on the edge of a path on the right, the child in her lap. Joseph stands behind her holding his hat in his hand and leaning on his staff. Three sumptuously dressed angels stand in the middle singing and playing flutes. One of the five naked angel cherubs is listening to them, another is asleep resting its head on the mossy hill behind, near the spring. There, a third cherub is drawing water into a pilgrim’s flask with an opening at the side. An angel brings the Christ child strawberry plants in flower and in fruit; another brings a bird flapping its wings, a parrot. The many varieties of plants, among them cowslips, thistles, columbine and fumitory, give the place the appearance of a flowering garden. The scene is enclosed from behind by the hillside rising on the left on which both green and dead trees stand around the young spruce, by the aging grey fir tree in the middle and by the birch on the right. Mountains can be seen in the background.The depiction of the scene is unusual because of the numerous legendary and symbolic allusions that are woven in. The flowering garden in the foreground, enclosed by the mountains in the background, can be interpreted as a place of joy and as a sanctuary. Several of the plants are allusions to Mary and Christ or to events connected with them. The strawberry is considered to be a fruit of paradise, while the columbine and the cowslip stand for Mary and Christ and refer to the Passion. The thistle, too, as a thorny plant recalls the crown of thorns and the suffering of Christ. Thus, the joyous scene is marred by allusions to the suffering to come. According to legend, the spring began bubbling out of the hillside at the Christ child’s bidding in order to quench the thirst of weary travellers. At the same time, it transformed the barren place into a garden to which the playing and music-making angels also belong. The symbolic interpretation of the surroundings and the appearance of the angels lends the place the quality of a garden of paradise. The resting place during the flight is simultaneously a scene of heavenly joy.Dürer’s graphic models for the painting, such as the Holy Family with the Rabbits from 1496/97, apparently also had an influence on Cranach’s composition. Some of the motifs are already present there. Later, in 1509, Cranach reworked the composition in woodcuts. A copy of the painting that is highly faithful to the original is preserved in Vienna. Its existence suggests that the Cranach in question here was painted before the artist left Vienna.This is the first work to be signed and dated by Cranach. Without knowledge of this painting, it would have been well-nigh impossible to reconstruct and reliably attribute Cranach’s pre-Wittenberg oeuvre. For a long time, it was known only through descriptions but without actually having been seen. It was shown for the first time at an exhibition in Munich in 1892. This event played a major role in subsequent research into Cranach’s early period. The painting is one of the freshest and artistically most significant works that Cranach ever produced. Wilhelm H. Köhler | 200 Masterpieces of European Painting – Gemäldegalerie Berlin, 2019

Friedrich der Große vor der Schlacht bei Torgau

Friedrich der Große vor der Schlacht bei Torgau

Im Jahre 1741 trat Rode in die Werkstatt des preußischen Hofmalers Pesne ein. Hier konnte er seine künstlerischen Fähigkeiten optimal erschließen. Sicher auch auf dessen Anregung hin begab sich Rode um 1749 auf eine mehrjährige Studienreise nach Paris. Anfang der fünfziger Jahre weilte er gemeinsam mit dem Maler Adolf Friedrich Harper in Rom und Venedig. Hier hatten es ihm die glühenden Farben der Bilder von Tizian und Tintoretto angetan. Seit etwa 1753 lebte Rode wieder in Berlin. Die Erfahrungen der Studienreisen prägten sein künstlerisches Selbstverständnis. Mit nur unwesentlichen Modifikationen behielt er seinen Stil bis zum Lebensende bei. Seit 1770 wurde Rode in den Unterlagen der Berliner Kunstakademie als »Historien-Mahler« geführt. Mehrfach hatte er bereits erfolgreich für Friedrich den Großen gearbeitet. Dieser muss Rodes Stücke sehr geschätzt haben. So überrascht es nicht, dass er den Maler 1783 umgehend auf die vakante Akademiepräsidentenstelle berief. Mit der Reorganisation der Akademie unter ihrem Präsidenten Rode und dessen Stellvertreter Daniel Nikolaus Chodowiecki im Jahre 1786 ist auch dem neuen allgemeinen Interesse an vaterländischer Geschichte und ihrer Bewahrung in Artefakten entsprochen worden. Fortan unterstützte die Akademie zeitgemäße Kunst durch die Formulierung geeigneter Prämierungsgrundsätze. Sie sollte gewissermaßen »aus der uns allen sehr interessanten Brandenburgischen Geschichte« schöpfen, wie Chodowiecki im Mai 1786 in einem Vortrag äußerte. Einen Höhepunkt bedeuteten die von Christoph Friedrich Nicolai zwischen 1788 und 1792 veröffentlichten sechs Hefte: Anekdoten von König Friedrich II. von Preußen und von einigen Personen, die um ihn waren. Es handelt sich hierbei um eine geprüfte frühe Quellenliteratur. Diese Veröffentlichungen haben auch Rodes Ereignisbilder zur vaterländischen Geschichte maßgeblich bestimmt. Er war der erste Maler in Brandenburg-Preußen, der sich bemühte, Historiographie frei von barockem Pathos in weltliche Ereignisbilder umzusetzen. Damit hatte der Künstler sich weitgehend vom klassischen Historienbild gelöst, wo die Taten exponierter Personen in mythologische oder religiöse Handlungen eingebettet wurden.Ein Zeugnis dieser neuen Reflexionsweise ist unser Gemälde, für dessen thematische Rahmenhandlung ein Hauptgefecht des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) gewählt wurde. Nachdenklich lehnt der König an einer Eiche, die als Kompositionsachse dient. Er behütet den Schlaf seines treuen Dieners, des Husarengenerals Hans Joachim von Zieten. Eine Soldatenfrau, glücklich über das in der Nähe befindliche Feuer, stellt einen Topf mit Kartoffeln in den provisorischen Herd, ohne die Herrschaften zu bemerken. Eifrig facht sie die Glut an, so dass Asche in des Königs Gesicht geblasen wird. Dieser aber lässt sie gnädig gewähren, während er sich mit seinem Mantel schützt. Die Figuren sind in ein gedachtes ungleichschenkliges Dreieck gespannt, wodurch eine geradezu klassische Statuarik entsteht. Eine schöne Landschaft umschließt die Gruppe. Sie ist das Resultat von Rodes vielfältigen Naturstudien im Harz, im märkischen Oderland sowie in Schlesien. Das Licht des Lagerfeuers hebt die Akteure der Haupthandlung hervor. Damit hatte sich Rode die Möglichkeit eröffnet, die Glut eines gedämpften Kolorits zu verwenden, wie er es während seiner venezianischen Studienzeit kennen- und schätzengelernt haben dürfte. Eine flüchtige Zeichnung zur Vorbereitung der Komposition von Rodes Hand wird im Berliner Kupferstichkabinett aufbewahrt. Das Gemälde wurde auf der Berliner Akademieausstellung des Jahres 1793 gezeigt. Es gehört zu einer locker gefügten Fridericiana, die zwischen 1786, respektive 1791, und 1795 entstand. Von den ursprünglich strenggenommen – acht Bildern sind nur vier erhalten. Erstaunlicherweise ist zu Lebzeiten des Malers keines von ihnen verkauft worden. Offenbar entsprachen die hier geschilderten Charaktereigenschaften des verblichenen Königs – Bescheidenheit, Furchtlosigkeit und Witz – sowie die Verwendung zeitgenössischer Kostüme nicht den Vorstellungen des Publikums, dem das zeitlos Erhabene vorzuschweben schien.| 200 Meisterwerke der europäischen Malerei - Gemäldegalerie Berlin, 2010SIGNATUR / INSCHRIFT: Bez. rechts unten am Stein: B. Rode / 1791._____________________________________________________________An anecdote relates that the king leant thoughtfully against an oak. He is watching over the sleep of his faithful servant, the Hussar General Zieten. A soldier’s wife is placing a pot of potatoes on the provisional hearth, without noticing the gentlemen. She is fanning the ashes so enthusiastically that ash is being blown in the king’s face. However, he graciously allows her to continue, while he protects himself with his cloak. The glow of the campfire highlights the protagonists. The painting was shown at the 1793 Berlin Academy exhibition (picture no. 2). It belongs to the so-called Fridericiana, a loose set of paintings by Rode created between 1786 and 1795, that were subsequently declared to be a series and depict important events of the biography of Frederick the Great (1712–1786). The Fridericiana ideologically follows the Brandenburgiana, a series of paintings by Rode created between 1757 and 1763 depicting events from Brandenburg-Prussian history.