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König Johann Sobieski von Polen

Ident. Nr.: 7808

ObjID: obj:866084

Details (expert)

Creator/Entity
Christoph Maucher (24.10.1642)
Date(s)
Datierung: Ende 17. Jahrhundert
Material / Technique
Elfenbein
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 10,5 x 7,5 x 6 cm

Object Description

Diese Büste des polnischen Königs Jan III. Sobieski findet ihre erste Erwähnung als Sammlungsobjekt der Berliner Kunstkammer und wird von Friedrich Nicolai in seiner Beschreibung der Königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam von 1786 unter den Elfenbeinbildnissen als "das Schönste" beschrieben.
Über dem Brustpanzer trägt der Portätierte einen hermelinverbrämten Mantel mit einer Schmuckschließe. Am Hals ist ein schlichter Hemdkragen erkennbar, an einem breiten Band das Kreuz des französischen Ordre du Saint-Esprit. Sein "cordon bleu" wurde quer über die rechte Schulter getragen. das goldene, weiß emaillierte Kreuz mit acht Knöpfen und vier Lilien in den Winkeln sowie der silbernen Taube auf der Vorderseite des grün emaillierten Mittelschildes (Symbol für den Heiligen Geist) galt als der bedeutendste Ritterorden Frankreichs und zählte zugleich zu den hohen europäischen Auszeichnungen. Die Verleihung des Colliers, der Ordenskette, am 30. November 1676, zwei Jahre nach der Krönung Jan. III. Sobieski zum König von Polen, gibt einen terminus post quem für die Entstehung des Bildnisses.

Nach militärischen Erfolgen als Krongroßmarschall und einem glanzvollen Sieg 1674 über die Türken bei Chocin wurde er am 19. Mai 1674 zum König von Polen gewählt. Einen weiteren wesentlichen militärischen Beitrag leistete er, als Wien, die Kaiserstadt Leopolds I., am 12. September 1683 unter seiner Führung wiederum von den Türken befreit wurde - in der so genannten "Schlacht auf dem Kahlenberg". In der kleinen Elfenbeinbüste wird Jan III. Sobieski jedoch vor allem als "siegreicher Feldherr" dargestellt und nicht als den Gönner und Förderer der Kunst, der 1677-1696 seine Residenz Wilanów bei Warschau zu seinem Kunstzentrum ausbaute. Jan Sobieski spielte zugleich eine Schlüsselrolle als Auftraggeber des jungen Andreas Schlüter, indem er ihm bedeutende bauplastische und dekorativ-skulpturale Aufgaben an seinem Schloß bei Warschau übertrug.

Alexandra Enzensberger

Last updated: 28.09.2026

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Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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