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Cleopatra / Euridike

Ident. Nr.: 806

ObjID: obj:866368

Details (expert)

Creator/Entity
Monogrammist PE (1510 - 1558),
Bildhauer*in
Date(s)
Datierung: 1532
Geographical references
Material / Technique
Alabaster und Schiefer
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 22,4 x 15,9 x 3 cm

Object Description

Vor einer gestuften Brüstung steht eine schlanke, nahezu nackte Frauengestalt, deren helles Inkarnat sich reizvoll von dem dunklen Hintergrund abhebt. Mit ihrem linken Fuß tritt sie auf eine Schlange, die sie im nächsten Augenblick beißen wird. Leicht gebeugt wendet sich die Frau zur Seite, dabei stützt sie haltsuchend ihre Rechte auf einen reich ornamentierten Pilaster. In diesen ist ein rotes Marmortäfelchen mit der Inschrift »CLEOPATRA.1.5.3.2.PE« eingelassen. Die Inschrift weckt Verwunderung, da es sich hier nicht um die ägyptische Königin handelt, die sich der Legende nach mit einem Schlangenbiss in die Brust den Tod gab, als sie Oktavian – den späteren Kaiser Augustus – nicht für sich gewinnen konnte. Doch dürfte es sich hier vielmehr um Eurydike handeln, die Frau des Orpheus: Als sie vor den Nachstellungen des Hirten Aristeo flieht, tritt sie versehentlich auf eine Schlange, durch deren Biss sie stirbt. In Komposition und zahlreichen Details erinnert das Berliner Relief an eine Arbeit gleichen Sujets des Giammaria Mosca. Das heute im Metropolitan Museum of Art in New York aufbewahrte Stück dürfte dem Monogrammisten PE als Vorlage gedient haben. Es ist anzunehmen, dass er das Thema seines Kollegen missverstanden hatte, so dass es zu dieser Namensgebung kam.

Hans-Ulrich Kessler

Last updated: 29.07.2026

Contact

Institution:

Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst

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Würfelkapitell mit Palmetten- und Blattornament

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Das Kapitell ist aus der Grundform des Würfels entwickelt und an allen vier Seiten ausgearbeitet. An den vier Schildflächen erscheinen leicht alternierende vegetabile Ornamente im flachen Relief. Es stammt aus dem Benediktinerkloster auf dem Huy, ein in fränkischer Zeit militärisch genutzter Höhenrücken im nördlichen Harzvorland. Von Beginn an stand das Kloster unter dem Schutz der Halberstädter Bischöfe, Burchard I. hatte neben der Marienkapelle auch eine Pfalz errichtet. Die Klosterchronik des 12. Jahrhunderts erwähnt die Fertigstellung des „monasteriums“ noch in der Regierungszeit Abt Alfrieds. Der Kreuzgang, der noch stehende, zweigeschossig gewölbte Bau an der Westseite des Südflügels und möglicherweise auch Gebäude östlich der Kirche können erst nach 1150 fertiggestellt worden sein. Dieser späteren Phase gehört wohl auch das Kapitell an. Im südlichen Abschnitt des Ostflügels hat es noch einen Zweistützenraum mit den bekannten Basen gegeben, in dem dieses Kapitell aufgestellt gewesen sein könnte. Die Bildhauer, die im dritten Viertel des 12. Jahrhunderts zum Ausbau der Huysburger Klausurgebäude herangezogen wurden, haben unter Verwendung des in Sachsen seit dem 11. Jahrhundert üblichen Würfelkapitells, aber auch der korinthischen Ordnung, vor allem durch die ausgeprägte Dreidimensionalität der Formen neue Maßstäbe in der Region gesetzt. Das ornamentale Kapitell ist eng mit der Bauskulptur des nördlichen Harzvorlandes verbunden und man kann davon ausgehen, dass die meisten der auf der Huysburg tätigen Bildhauer in sächsischen Werkstätten ausgebildet wurden und wohl auch an verschiedenen Baustellen der Region tätig waren.(Auszug aus: Tobias Kunz, Bildwerke nördlich der Alpen. 1050 bis 1380. Kritischer Bestandskatalog der Berliner Skulpturensammlung, Petersberg, Michael Imhof Verlag 2014)